Inhalt
Die Methode: Spiel, Übung, Spiel
Das Ausbildungsprogramm von Swiss Tennis und J+S fasst das Prinzip in einem Satz: «Tennis soll als Spiel ganzheitlich entwickelt, vermittelt und gefördert werden». Vier Orientierungspunkte folgen daraus:
| Orientierungspunkt | Was er sagt | Quelle |
|---|---|---|
| GAG: global, analytisch, global | Spiel und Übung in derselben Einheit abwechseln. | Heft Nr. 3 (2005), S. 6 |
| Erwerben, Anwenden, Gestalten | Der Aufbau jeder Übung im Ausbildungsprogramm. | Ausbildungsprogramm Swiss Tennis / J+S |
| Die fünf Basis-Spielsituationen | «Ich schlage auf» · «Ich retourniere den Aufschlag» · «Wir spielen beide hinten» · «Ich greife an» · «Mein Gegenspieler greift an»; dazu eine eigene Zeile «Ich spiele am Netz». | Ausbildungsprogramm; Heft Nr. 3, S. 4 |
| Die Stufen | 2005 (französische Ausgabe): «basics», «débutants», «avancés», «chevronnés». Heute: Einsteiger 1 und 2, dann die Stufen R9 bis R3. | Heft Nr. 3; Ausbildungsprogramm |
Dieselben fünf Situationen gliedern auch das Papier «Singles tactics» von Louis Cayer, publiziert für die ITF und Tennis Canada (2005). Paak hat daraus fünf seiner acht Übungsthemen gemacht, ergänzt um Doppel, Matchsituationen und Athletik.
4 bis 8 Spielende auf einem Platz
Das Heft von 2005 nennt drei Organisationsformen: Unterricht in der Gruppe, in Kolonnen oder an Posten. Die beiden Schweizer Hefte liefern die Formen, die alle spielen lassen:
| Form | Spielende | Quelle |
|---|---|---|
| Rote Kleinfelder quer über den Platz | bis zu 4 Kleinfelder, je 2 bis 4 Spielende | Heft Nr. 3, S. 3; Heft Nr. 55, S. 3 |
| Doppelspiele in den Aufschlagfeldern («Tischtennisdoppel», «Ein Schläger») | 4 pro Platzhälfte; mit rotem Ball mehr Felder | Heft Nr. 55, S. 14 |
| «Poleposition» | 6 (drei Paare) | Heft Nr. 55, S. 15 |
| «Win the position» | 2 Paare auf nummerierten Linien | Heft Nr. 55, S. 13 |
| Kolonnentraining | 4 und mehr | Heft Nr. 55, S. 4–5 |
| Hallenparcours («Stationentraining in der Turnhalle») | 2 pro Posten, 14 Posten | Heft Nr. 3, S. 14 |
Eine Gruppengrösse, die der DTB oder die FFT für den Vereinsunterricht empfiehlt, ist in den gelesenen Quellen nicht enthalten. Das Doppel-Heft hält zudem fest, dass sich Tennis auf jedem Untergrund einführen lässt, auch in einer Turnhalle, mit einem quer gespannten Seil und Klebebandlinien.
Richtig zuspielen
Zehn der 44 Übungen von Paak beginnen mit einem Zuspiel der Trainerin oder des Trainers. Die Hinweise des Hefts von 2005 (S. 9):
- Ballkorb links bei Rechtshändern, die zuspielen.
- 3 bis 4 Bälle in der Hand, damit der Ablauf nicht abreisst.
- Kein extremer Griff beim Zuspielen.
- Ein leichter Slice: Der Ball lässt sich leichter zurückspielen.
- Mit Einsteigenden nahe am Netz stehen und langsame, präzise Bälle zuspielen; wenn nötig, von Hand zuwerfen.
Die vier Anpassungshebel
Ist eine Aufgabe zu leicht oder zu schwer, arbeitet das Heft von 2005 (S. 13) mit vier Hebeln und einer Vorgabe: den Sinn des Spiels bewahren.
| Hebel | Was man einstellt |
|---|---|
| Raum | Feldgrösse, Netzhöhe, Grösse des Ziels |
| Regeln | Zählweise, Handicaps, nur ein Aufschlag, Kontrollberührungen |
| Material | leichtere, weichere oder grössere Bälle; leichtere Schläger |
| Zuspiel | von Hand, Rhythmus, Tempo, Höhe, Richtung |
Die Einheit in Paak
Paak bringt 44 Tennis-Übungen mit, auf Deutsch, Französisch und Englisch, alle aus den beiden Schweizer Verbandsheften (25 aus Heft Nr. 3 von 2005, 19 aus Heft Nr. 55 von 2009). Sie sind in 8 Themen und 4 Altersbänder geordnet, und jede Zelle Thema × Band enthält mindestens eine Übung. Der Einheiten-Generator setzt ein Aufwärmen, zwei Hauptblöcke zum gewählten Schwerpunkt, einen Spielblock und ein Ausklingen zusammen. Fünf Schwerpunkte stehen zur Wahl: Aufschlag & Return · Grundlinie & Verteidigung · Angriff & Netzspiel · Doppelspiel · Schnelligkeit & Beinarbeit.
| Thema | Spielsituation | Von den Jüngsten bis zu den Erfahrensten |
|---|---|---|
| Aufschlag | 1 | «Triff das Ziel» → «Ein ‹Game› auf Sechs» |
| Return | 2 | «Fangball» → «Mit kühlem Kopf zurück» |
| Grundlinie | 3 | «Handorgel» → «Verbotenes Haus» |
| Angriff und Netzspiel | 4 | «Direkter Fangball» → «Serve and Volley» |
| Passierball und Verteidigung | 5 | «Sandwichs» → «Mit Lob zum Ziel» |
| Doppel | übergreifend | «Tischtennisdoppel» → «No Ad» |
| Matchsituationen | übergreifend | «Slowball» → «Best of five» |
| Athletik | übergreifend (Beinarbeit inbegriffen) | «Der Balanceakt» → «Sprint» |
Jede Übung nennt ihre Spielform (Einzel, Doppel oder beides) und wie der Ball ins Spiel kommt: Zuspiel durch die Trainerin oder den Trainer (10 Übungen), kooperatives Spiel (11), freies Spiel (12) oder Spiel um Punkte (11). Für u9 und u13 nennen die Coaching-Punkte den passenden Stufenball.
Häufige Fragen
Wie viele Spielende pro Platz?
Soll eine Einheit mit der Technik beginnen?
Die Übung funktioniert mit meiner Gruppe nicht. Was ändern?
Quellen
- OFSPO/BASPO mobilesport, Praxisheft Nr. 3 «Tennis» (April 2005), S. Bachmann, M. K. Meier, R. Hunziker (Swiss Tennis / J+S): S. 3, 4, 6, 9, 13 und 14.
- OFSPO/BASPO mobilesport, Praxisheft Nr. 55 «Tennis – Double» (mobile 4/09, 2009), S. Bachmann, M. Meier (Disziplinenchef J+S Tennis): S. 1, 3, 4–5, 13, 14 und 15.
- Swiss Tennis + J+S, «Tennis: Ausbildungsprogramm», publiziert vom BASPO auf mobilesport.ch (Datei vom August 2023).
- L. Cayer, «Singles tactics (ITF)», Tennis Canada / ITF, 2005.
- Paak-Tennis-Korpus, Dateien 00 (Wissenskarte), 03 (Technik, Übungen und Pädagogik) und tennis-drills.json (44 Übungen), geprüft im September 2026.