Inhalt
Die zehn Schweizer Tipps
- Als Team spielen.
- Den ersten Aufschlag ins Feld bringen.
- Die Position ständig anpassen.
- Den stärkeren Gegner isolieren.
- Zwischen die Gegner spielen.
- Nebeneinander ans Netz vorrücken.
- Die Lücken finden.
- Die Winkel variieren.
- Die Pausen zur Kommunikation nutzen.
- Aktiv bleiben, auch wenn der Ball nicht für einen selbst ist.
Die Positionen im Team
Das Doppelheft nennt fünf Aufstellungen. Keine ist «die richtige»: Jede antwortet auf eine Situation, und der Trainer übt sie alle.
| Position | Beschreibung (Doppelheft, S. 10) |
|---|---|
| Klassisch | Pro Team ein Spieler hinten, einer am Netz |
| Beide hinten | Beide Partner hinter der Grundlinie, die Gegner am Netz |
| Beide vorne | Alle vier Spieler am Netz |
| Australische Formation | Die Partner stehen hintereinander; nach dem Aufschlag wechselt der Netzspieler auf die vorher abgesprochene Seite |
| In Linie | Die beiden Netzspieler stehen sich gegenüber, die beiden anderen hinten ebenfalls |
| I-Formation | In den gelesenen Quellen nicht beschrieben. Wir lassen sie weg, statt eine Version zu erfinden. |
Was einem Team den Vorteil gibt
Nach dem Heft (S. 11) ist ein Paar im Vorteil, wenn es:
- schnell ans Netz kommt;
- auf einer Linie, parallel zum Netz spielt;
- das Feld gleichmässig abdeckt;
- vor die Füsse spielt statt auf den direkten Gewinnschlag;
- durch die Mitte spielt;
- sich am Netz bewegt, im Rahmen des Fairplay.
Dasselbe Heft sagt es ohne Umschweife: Im Match zählt nicht die technische Ausführung des Schlags, sondern sein Ergebnis. Im Doppel mehr als anderswo ist ein unschöner Volley vor die Füsse mehr wert als ein schöner Schlag, der zurückkommt.
Körperlich betont das Anforderungsprofil des Doppels die Beinschnelligkeit (kurzer Sprint) und die Armschnelligkeit (wirkungsvolle Aufschläge), die Reaktion am Netz, die Kraft der Achse Schulter-Arm und der Haltemuskulatur, ohne grössere Defizite in Ausdauer und Beweglichkeit (siehe Leitfaden Athletik & Belastung).
Kommunizieren und Spielzüge planen
| Übung | Was sie lehrt |
|---|---|
| «Führungsrolle» | Pro Team ist ein Spieler Chef und sagt bei jedem Ball klar «Ich» oder «Du» an, auch ohne Zweifel, bevor der Ball das Netz überquert. Progression «Briefing»: vor jedem Punkt die Taktik festlegen und jeden Punkt mit einem Ritual abschliessen. |
| «Abstauber» | Aufschläger und Rückschläger spielen cross; die Netzspieler passen ihre Position an und fangen ab. Beim gegnerischen Treffpunkt starten, nicht früher, und durch die Mitte abfangen. |
| «Störefried» | Die Grundlinienspieler spielen Vorhand cross; ihre Partner am Netz «stören» den Gegner und schliessen mit einem Volley ab. Täuschen, im Rahmen des Fairplay. |
| «Changing Position» | Die Antwort auf den Lob: Der überlobte Spieler überlässt den Ball dem Partner und läuft zurück; die Partner kreuzen und wechseln die Seite. Die Ansage «Wechsel!» kommt vom Spieler, der den Ball nimmt. |
| «Returnüberraschung» | Nur Aufschlag und Return. Die im Heft (S. 7) aufgezählten Doppel-Returns: lang cross, in die Mitte, kurz cross, vor die Füsse, schnell und flach longline, Lob longline. |
Der geplante Spielzug. Vor dem Punkt sprechen die Partner einen Plan ab. Das Beispiel im Heft (S. 8): Einstandseite, Slice-Aufschlag nach aussen, der Aufschläger deckt die Linie, der Netzspieler antizipiert den Cross-Return und fängt ihn ab. Das Ampelprinzip (Rot verteidigen, Gelb aufbauen, Grün abschliessen) gilt auch im Doppel: Das ist die Übung «Rot, gelb oder grün», in der die Lehrperson das Team in eine der drei Situationen bringt und die Farbe laut angesagt wird.
Entscheidungspunkt und Doppelformate
Im Verein wird Doppel fast immer mit No-Ad gespielt (Entscheidungspunkt). ITF-Tennisregeln 2026, Anhang VI: Bei Einstand entscheidet ein einziger Punkt; das Rückschlagteam wählt die Seite, auf der es annimmt, seine Spieler dürfen für diesen Punkt die Positionen nicht tauschen, und im Mixed nimmt der Spieler gleichen Geschlechts wie der Aufschläger an. Die Doppel im Interclub von Swiss Tennis werden mit No-Ad und einem Champions-Tiebreak auf 10 Punkte anstelle des dritten Satzes gespielt; die FFT-Formate 3 bis 7 verwenden den Entscheidungspunkt (Sekundärwiedergabe, siehe Leitfaden Regeln & Spielformate).
- Reihenfolge von Aufschlag und Return (Regeln 14 und 15): Das Team, das in einem Satz zuerst aufschlägt, bestimmt seinen Aufschläger, die Partner wechseln sich ab; die Rückschlagreihenfolge gilt für den ganzen Satz. Vor einem Match-Tiebreak darf ein Doppelteam seine Reihenfolge ändern (Anhang VI).
- Das Format trainieren. «No Ad» spielt Games, Sätze oder Matches mit Entscheidungspunkt, der Plan für diesen Punkt wird vor 40:40 festgelegt. «Best of five» lässt jedes Game bei 30:40 beginnen, damit beide Paare ihre Taktik festlegen müssen; das ist eine Trainingsform, kein gelesener Amateurwettbewerb wird über fünf Sätze gespielt. Das Heft schlägt auch vor, mit nur einem Aufschlag zu spielen, was die Sicherheit des zweiten Aufschlags wegnimmt.
Doppel in jedem Alter
Auf der roten Stufe wird Doppel quer über die Platzbreite gespielt: Zwei bis vier kleine Felder passen auf einen grossen Platz. Auf der orangen Stufe auf einem leicht verkürzten Doppelfeld, auf der grünen auf dem offiziellen Feld. Die Formen des Hefts für die Jüngsten:
- «Tischtennisdoppel»: 2 gegen 2 in den Aufschlagfeldern, die Partner schlagen abwechselnd; nach dem eigenen Schlag den Raum freimachen.
- «Ein Schläger»: ein Schläger pro Team, der nach jedem Schlag dem Partner übergeben wird, mit dem Griff voran.
- «Slowball»: die ersten richtigen Doppelmatches, Schaumstoffball, dann roter, oranger oder grüner Ball; die Zählweise vor dem ersten Punkt festlegen.
- «Poleposition» (sechs Spieler, drei Paare) und «Win the position» (Linien von 1 bis 4 nummeriert) ab u13.
In Frankreich schreibt das Galaxie-Tennis-Raster der FFT von 2019 das Doppel bereits in den Inhalt der roten Stufe («Jouer en double», im Doppel spielen) und der grünen Stufe («En double, faire service-volée … Intercepter en double», im Doppel Serve-and-Volley spielen und abfangen).
Häufige Fragen
Und die I-Formation?
Wie viele Kinder pro Platz beim Doppel auf der roten Stufe?
Wer wählt beim Entscheidungspunkt die Seite?
Quellen
BASPO / J+S Tennis, mobilesport-Praxisheft Nr. 55 «Tennis – Doppel» (mobile 4/09, 2009; Bachmann, Meier, Disziplinenchef J+S Tennis): Doppel in jedem Alter S. 1 und 3, zehn Tipps S. 2, Anforderungsprofil S. 3, Returns S. 7, geplanter Spielzug S. 8, Positionen und Ampelprinzip S. 10, Teamvorteile und «Führungsrolle» S. 11, Abfangen S. 12, «No Ad» und Formen ab 30:40 S. 13, Kinderspiele S. 14–15. Gelesen in der französischen Ausgabe («Tennis – Double»); die Übungsnamen folgen der deutschen Ausgabe. ITF, Rules of Tennis 2026 (Regeln 14 und 15, Anhang VI), wiedergegeben in «Rules of the Court 2026» (Tennis Canada). Swiss Tennis, Junioren-Interclubreglement (JICR) 2026 und Interclubreglement Nationalliga B (ICR NLB) 2026. FFT, «Galaxie Tennis, les évolutions» (2019, Kopie auf readkong). FFT-Formate: TenMatch, «Formats de match FFT : les formats 1 à 7» (16. Juni 2026, nicht vom Verband stammende Wiedergabe). Paak-Tennis-Korpus, Dateien 01, 03 und 04, geprüft im September 2026.