Aufschlag & Return

TENNIS-TRAINING Lesezeit : 9 Min. Aktualisiert 24. September 2026
Inhalt
Aufschlag und Return sind die ersten beiden der fünf Spielsituationen im Schweizer Verbandsmaterial: «Ich schlage auf» und «Ich retourniere den Aufschlag». Der Aufschlag baut auf einer Schlüsselbewegung auf, dem Werfen; der Return auf dem Lesen der Flugbahn. Dieser Leitfaden folgt der Progression der beiden mobilesport-Hefte, vom Wurfspiel der Jüngsten bis zur Wahl des Returns im Doppel.

Das Schweizer Technikkonzept

Das Heft von 2005 (S. 2) geht davon aus, was der Schläger mit dem Ball macht: Er beeinflusst seine Richtung, sein Tempo und seine Rotation. Die Schläge entstehen aus drei Schlüsselbewegungen:

  • Schlagen mit Schwung
  • Blocken
  • Werfen, die Bewegung des Aufschlags

Ihre Kombinationen ergeben die Schlagfamilien (Grundschläge, Volleys, Überkopfbälle), dann die Varianten (Stoppvolley, Sprungsmash, Slice-Aufschlag …). Zum Aufschlagenlernen nutzt das Heft den Shakehand-Griff, den Griff wie beim Händeschütteln (S. 5).

Die gelesenen Verbandsquellen beschreiben weder benannte Griffarten (kontinental, Eastern, Semi-Western) noch die Wahl zwischen einhändiger und beidhändiger Rückhand noch die kinetische Kette des Aufschlags. Paak lehrt sie hier deshalb nicht.

Die Aufschlag-Progression

Fünf Schritte, vom Wurfspiel bis zum Risikomanagement im Match. Jeder Schritt ist eine Übung aus der Tennis-Bibliothek von Paak.

SchrittÜbungBandWas man tut und was man zählt
1. Über Kopf werfen«Triff das Ziel»u9Auf Ziele werfen (Reifen, Bälle, Ballwagen), immer über dem Kopf. Dann: Wer wirft am höchsten, am weitesten?
2. Aus vereinfachter Position schlagen«Dach über dem Kopf»u9, u13Seitliche Stellung, Schläger schon über dem Kopf wie ein Dach; Ball mit der Hand auf Brusthöhe hochwerfen, der Schläger beschreibt einen Bogen und schlägt nach vorne. Wer trifft fünfmal hintereinander die Zone?
3. Platzieren«Rekord»u13Shakehand-Griff, Aufschlag cross: möglichst viele gültige Aufschläge hintereinander, dann möglichst viele von zehn, in eine dem Niveau angepasste Zone.
4. Wagen«Hundert Prozent»u13, u17, sen10 oder 20 Aufschläge mit echter Bewegung und Rotation, nie nur «gesichert». Wer aufschlägt, sagt vorher an, wie viele gelingen; in der Progression wird jeder Aufschlag von 1 bis 5 bewertet.
5. Risiko steuern«Ein ‹Game› auf Sechs»u17, senSieben Aufschläge, um das Game zu gewinnen: Wer aufschlägt, entscheidet, wann sichern und wann riskieren. In der Progression darf man pro Game einen Joker ziehen: Dieser Ballwechsel zählt doppelt.

Für u9 und u13 folgt der Ball dem Kind: Rot bis 8 Jahre, Orange von 8 bis 10, Grün für fortgeschrittene 9–10-Jährige auf dem Grossfeld (ITF-Tennisregeln 2026, Anhang VIII). Siehe Bälle, Felder & Altersklassen.

Rotation variieren und zielen

Steht die Bewegung, arbeitet das Heft von 2005 (S. 4–5) an Präzision, Tempostufen und Rotation: Slice, Topspin und flach. Das Doppel-Heft (S. 6) nennt die Ziele:

AufschlagZiel
Slice-Aufschlagnach aussen, zum äusseren Rand des Aufschlagfelds
Kick-Aufschlagzum T oder zur Seitenlinie

Um Druck aufzubauen, spielt das Doppel-Heft auch mit nur einem Aufschlag: Der sichere zweite Aufschlag fällt weg (Heft Nr. 55, S. 8 und 13).

Der Return: stehen, lesen, angreifen

Drei Hinweise aus dem Heft von 2005 (S. 6–7):

  • Position weit hinter dem Aufsprung, auf der Winkelhalbierenden der möglichen Flugbahnen des Aufschlags.
  • Einsteigende: den Ball im Fallen spielen, so bleibt mehr Zeit, die Flugbahn zu lesen.
  • Den zweiten Aufschlag angreifen, mit einem Topspin-Return.
ÜbungBandWas sie trainiert
«Fangball»u9Die Flugbahn lesen: den Ball nach einem Aufsprung mit einem umgedrehten Hütchen fangen. Ihre Progression ist der Kids-Tennis-Test der Stufe Rot (8 von 10).
«Reagieren wie Roger»u9, u13Mit dem Rücken zum Zuspieler, auf das Signal umdrehen, den Ball finden, die Füsse setzen, nach Vorgabe spielen (longline, cross).
«Das Maximum»u13Zehn gezählte Returns: +1 ins Aufschlagfeld, +2 hinter die Aufschlaglinie, −1 ins Netz oder ins Aus. Variante «Sieben Punkte und fertig» mit Zielen vor der Grundlinie.
«Mit kühlem Kopf zurück»u17, senEin Tiebreak nur mit Aufschlag und Return: Return im Feld, Punkt für den Returnspieler; Ass oder Aufschlagwinner, Punkt für den Aufschläger.

Der Return im Doppel und die Entscheidung «Wenn … dann …»

Im Doppel spielt sich das meiste am Netz ab, deshalb wiegen Aufschlag und Return noch schwerer. Das Doppel-Heft (S. 7) nennt sechs Returns, die die Übung «Returnüberraschung» (u17, sen, vier Spielende) einsetzt, um das aufschlagende Team immer wieder zu überraschen:

  • Lang cross
  • In die Mitte
  • Kurz cross
  • Vor die Füsse
  • Schnell und flach longline
  • Lob longline

Dasselbe Heft trainiert die Wahl mit Formen «Wenn … dann …» und kommentierten Antworten. Gegen einen starken Aufschlag zum Beispiel: ein geblockter Return cross vor die Füsse, ein defensiver Lob longline über die Rückhand des Netzspielers oder ein hoher, langer Lob in die Mitte. Diese Form steht im Heft; sie gehört nicht zu den 44 Übungen der Paak-Bibliothek.

Häufige Fragen

Welcher Griff zum Aufschlagenlernen?
Das Verbandsheft von 2005 lässt Einsteigende mit dem Shakehand-Griff aufschlagen, dem Griff wie beim Händeschütteln. Benannte Griffarten sind in den gelesenen Quellen nicht beschrieben.
Wo steht ein Einsteiger beim Return?
Weit hinter dem Aufsprung, auf der Winkelhalbierenden der möglichen Flugbahnen, und er spielt den Ball im Fallen: So steht es im Heft von 2005. Mit dem Fortschritt rückt man vor, um den zweiten Aufschlag anzugreifen.
Soll man im Training die Aufschläge zählen?
Ja, die Schweizer Formen zählen: Treffer hintereinander, Treffer von 10 oder 20, eine Wirksamkeitsnote von 1 bis 5. Die Zahl der gelungenen Aufschläge vorher anzusagen, schult die Selbsteinschätzung («Hundert Prozent»).
Wie zählt man «Mit kühlem Kopf zurück»?
Wie den ITF-Tiebreak auf 7 Punkte (Regel 5: 7 Punkte mit 2 Punkten Vorsprung), sofern kein anderes Format angesagt ist.

Quellen

  • OFSPO/BASPO mobilesport, Praxisheft Nr. 3 «Tennis» (April 2005), S. Bachmann, M. K. Meier, R. Hunziker (Swiss Tennis / J+S): S. 2, 4–7 und 15.
  • OFSPO/BASPO mobilesport, Praxisheft Nr. 55 «Tennis – Double» (mobile 4/09, 2009), S. Bachmann, M. Meier (Disziplinenchef J+S Tennis): S. 6–8 und 13.
  • ITF, Rules of Tennis 2026 (Regel 5, Tiebreak; Anhang VIII, Stufenbälle), wiedergegeben in «Rules of the Court 2026», Tennis Canada.
  • Paak-Tennis-Korpus, Dateien 03 (Technik, Übungen und Pädagogik), 04 (Taktik) und tennis-drills.json, geprüft im September 2026.
Zuletzt aktualisiert: 24. September 2026
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