Inhalt
Das Schweizer Technikkonzept
Das Heft von 2005 (S. 2) geht davon aus, was der Schläger mit dem Ball macht: Er beeinflusst seine Richtung, sein Tempo und seine Rotation. Die Schläge entstehen aus drei Schlüsselbewegungen:
- Schlagen mit Schwung
- Blocken
- Werfen, die Bewegung des Aufschlags
Ihre Kombinationen ergeben die Schlagfamilien (Grundschläge, Volleys, Überkopfbälle), dann die Varianten (Stoppvolley, Sprungsmash, Slice-Aufschlag …). Zum Aufschlagenlernen nutzt das Heft den Shakehand-Griff, den Griff wie beim Händeschütteln (S. 5).
Die gelesenen Verbandsquellen beschreiben weder benannte Griffarten (kontinental, Eastern, Semi-Western) noch die Wahl zwischen einhändiger und beidhändiger Rückhand noch die kinetische Kette des Aufschlags. Paak lehrt sie hier deshalb nicht.
Die Aufschlag-Progression
Fünf Schritte, vom Wurfspiel bis zum Risikomanagement im Match. Jeder Schritt ist eine Übung aus der Tennis-Bibliothek von Paak.
| Schritt | Übung | Band | Was man tut und was man zählt |
|---|---|---|---|
| 1. Über Kopf werfen | «Triff das Ziel» | u9 | Auf Ziele werfen (Reifen, Bälle, Ballwagen), immer über dem Kopf. Dann: Wer wirft am höchsten, am weitesten? |
| 2. Aus vereinfachter Position schlagen | «Dach über dem Kopf» | u9, u13 | Seitliche Stellung, Schläger schon über dem Kopf wie ein Dach; Ball mit der Hand auf Brusthöhe hochwerfen, der Schläger beschreibt einen Bogen und schlägt nach vorne. Wer trifft fünfmal hintereinander die Zone? |
| 3. Platzieren | «Rekord» | u13 | Shakehand-Griff, Aufschlag cross: möglichst viele gültige Aufschläge hintereinander, dann möglichst viele von zehn, in eine dem Niveau angepasste Zone. |
| 4. Wagen | «Hundert Prozent» | u13, u17, sen | 10 oder 20 Aufschläge mit echter Bewegung und Rotation, nie nur «gesichert». Wer aufschlägt, sagt vorher an, wie viele gelingen; in der Progression wird jeder Aufschlag von 1 bis 5 bewertet. |
| 5. Risiko steuern | «Ein ‹Game› auf Sechs» | u17, sen | Sieben Aufschläge, um das Game zu gewinnen: Wer aufschlägt, entscheidet, wann sichern und wann riskieren. In der Progression darf man pro Game einen Joker ziehen: Dieser Ballwechsel zählt doppelt. |
Für u9 und u13 folgt der Ball dem Kind: Rot bis 8 Jahre, Orange von 8 bis 10, Grün für fortgeschrittene 9–10-Jährige auf dem Grossfeld (ITF-Tennisregeln 2026, Anhang VIII). Siehe Bälle, Felder & Altersklassen.
Rotation variieren und zielen
Steht die Bewegung, arbeitet das Heft von 2005 (S. 4–5) an Präzision, Tempostufen und Rotation: Slice, Topspin und flach. Das Doppel-Heft (S. 6) nennt die Ziele:
| Aufschlag | Ziel |
|---|---|
| Slice-Aufschlag | nach aussen, zum äusseren Rand des Aufschlagfelds |
| Kick-Aufschlag | zum T oder zur Seitenlinie |
Um Druck aufzubauen, spielt das Doppel-Heft auch mit nur einem Aufschlag: Der sichere zweite Aufschlag fällt weg (Heft Nr. 55, S. 8 und 13).
Der Return: stehen, lesen, angreifen
Drei Hinweise aus dem Heft von 2005 (S. 6–7):
- Position weit hinter dem Aufsprung, auf der Winkelhalbierenden der möglichen Flugbahnen des Aufschlags.
- Einsteigende: den Ball im Fallen spielen, so bleibt mehr Zeit, die Flugbahn zu lesen.
- Den zweiten Aufschlag angreifen, mit einem Topspin-Return.
| Übung | Band | Was sie trainiert |
|---|---|---|
| «Fangball» | u9 | Die Flugbahn lesen: den Ball nach einem Aufsprung mit einem umgedrehten Hütchen fangen. Ihre Progression ist der Kids-Tennis-Test der Stufe Rot (8 von 10). |
| «Reagieren wie Roger» | u9, u13 | Mit dem Rücken zum Zuspieler, auf das Signal umdrehen, den Ball finden, die Füsse setzen, nach Vorgabe spielen (longline, cross). |
| «Das Maximum» | u13 | Zehn gezählte Returns: +1 ins Aufschlagfeld, +2 hinter die Aufschlaglinie, −1 ins Netz oder ins Aus. Variante «Sieben Punkte und fertig» mit Zielen vor der Grundlinie. |
| «Mit kühlem Kopf zurück» | u17, sen | Ein Tiebreak nur mit Aufschlag und Return: Return im Feld, Punkt für den Returnspieler; Ass oder Aufschlagwinner, Punkt für den Aufschläger. |
Der Return im Doppel und die Entscheidung «Wenn … dann …»
Im Doppel spielt sich das meiste am Netz ab, deshalb wiegen Aufschlag und Return noch schwerer. Das Doppel-Heft (S. 7) nennt sechs Returns, die die Übung «Returnüberraschung» (u17, sen, vier Spielende) einsetzt, um das aufschlagende Team immer wieder zu überraschen:
- Lang cross
- In die Mitte
- Kurz cross
- Vor die Füsse
- Schnell und flach longline
- Lob longline
Dasselbe Heft trainiert die Wahl mit Formen «Wenn … dann …» und kommentierten Antworten. Gegen einen starken Aufschlag zum Beispiel: ein geblockter Return cross vor die Füsse, ein defensiver Lob longline über die Rückhand des Netzspielers oder ein hoher, langer Lob in die Mitte. Diese Form steht im Heft; sie gehört nicht zu den 44 Übungen der Paak-Bibliothek.
Häufige Fragen
Welcher Griff zum Aufschlagenlernen?
Wo steht ein Einsteiger beim Return?
Soll man im Training die Aufschläge zählen?
Wie zählt man «Mit kühlem Kopf zurück»?
Quellen
- OFSPO/BASPO mobilesport, Praxisheft Nr. 3 «Tennis» (April 2005), S. Bachmann, M. K. Meier, R. Hunziker (Swiss Tennis / J+S): S. 2, 4–7 und 15.
- OFSPO/BASPO mobilesport, Praxisheft Nr. 55 «Tennis – Double» (mobile 4/09, 2009), S. Bachmann, M. Meier (Disziplinenchef J+S Tennis): S. 6–8 und 13.
- ITF, Rules of Tennis 2026 (Regel 5, Tiebreak; Anhang VIII, Stufenbälle), wiedergegeben in «Rules of the Court 2026», Tennis Canada.
- Paak-Tennis-Korpus, Dateien 03 (Technik, Übungen und Pädagogik), 04 (Taktik) und tennis-drills.json, geprüft im September 2026.