Regeln: Let, Stroke & Schiedsrichter

SQUASH-TRAINING Lesezeit : 9 Min. Aktualisiert 7. September 2026
Inhalt
Drei Dinge machen die Regeln des modernen Squash: PAR-11 (jeder Ballwechsel zählt; 11 Punkte, 2 Vorsprung, ohne Deckel), der einzige Aufschlag (es gibt keinen zweiten Ball) und vor allem der Behinderungs-BaumNo Let / Let / Stroke — die meistmissverstandene Schicht des Sports. Ein Stroke ist ein abgegebener Punkt; ein Let ist ein wiederholter Ballwechsel. Alles hier folgt den WSF-Regeln 2025 V1.2 (in Kraft seit 1. September 2025).

Die Zählung: PAR-11, ohne Deckel

Jeder Ballwechsel bringt dem Gewinner einen Punkt, ob er aufgeschlagen hat oder nicht. Spiele bis 11, zwei Punkte Vorsprung — bei 10:10 wird weitergespielt, bis jemand mit zwei führt, ohne Deckel (anders als Badmintons 30). Match auf drei Gewinnspiele (Best of 5; Best of 3 ist eine zugelassene Alternative). Fürs Lesen alter Bücher: Die Hand-out-Zählung (bis 9, nur der Aufschläger punktete) galt bis 2009 — sie ist historisch, und jede dafür geschriebene Taktikanweisung ist überholt.

Der Aufschlag: ein einziger Ball

Mindestens ein Fuss vollständig im Aufschlagfeld (ohne dessen Linien zu berühren) im Moment der Frappe; der Ball muss die Frontwand über der Aufschlaglinie treffen und, wenn er nicht volleyiert wird, im gegenüberliegenden hinteren Viertel landen. Es gibt keinen zweiten Aufschlag: Ein Fehler verliert den Ballwechsel, direkt. Der sichere Return — den der Kanon zuerst lehrt — ist die gerade Länge der Wand entlang.

Der Behinderungs-Baum: No Let, Let, Stroke

Zwei Spieler, ein Raum: Regel 8 gibt dem Schläger vier Rechte — freie Sicht auf den Ball, direkten Zugang, Platz für einen vernünftigen Schwung und die Freiheit, auf die ganze Frontwand zu spielen. Kommt es zur Behinderung und ein Spieler verlangt einen Let, entscheidet der Schiedsrichter nach Zweig:

SituationEntscheidWirkung
Keine echte Behinderung, oder minimale mit erhaltenem ZugangNo LetDer Ballwechsel steht — kein Wiederholen
Der behinderte Spieler hätte den Ball nicht zurückspielen könnenNo LetEbenso — der Appell rettet keinen verlorenen Ball
Echte Behinderung, voller Einsatz, Rückschlag wäre möglich gewesenLetDer Ballwechsel wird wiederholt, kein Punkt
Der Gegner hat sich nicht mit vollem Einsatz freigemachtStrokePunkt an den behinderten Spieler
Der behinderte Spieler hätte einen Winner gespieltStrokeEbenso
Schwung beeinträchtigt / klarer Schlag verhindertLet oder StrokeJe nachdem, ob der Schwung gestört oder der Schlag verhindert wurde
« Turning » (den um den Körper gelaufenen Ball spielen), GefahrLetSicherheit zuerst — der Schiedsrichter muss die Gefahr immer bedenken

Die Unterscheidung, die im Verein sitzen muss: Stroke = ein Punkt, Let = eine Wiederholung. Sie zu verwechseln verfälscht den Score — und verdeckt, warum das Freimachen nach dem eigenen Schlag eine Matchfähigkeit ist, keine Höflichkeit.

Die Verhaltensleiter und die Zeiten

Das Verhalten folgt einer geordneten Vier-Stufen-Treppe, kumulativ über das Match: Verwarnung → Conduct-Stroke → Conduct-Game → Conduct-Match (Regel 14 — bei schweren Verstössen darf der Schiedsrichter direkt höher einsteigen). Seit der Ausgabe 2025 V1.2 zählt « den Schiedsrichter beeinflussen wollen » zu den Verhaltensverstössen, neben einer neuen Tauchregel und einer Regel zu vorbestehenden Blutungen. Die Zeiten sind fix und durchsetzbar: 4 Minuten Einspielen (Seitenwechsel bei 2), 1 Minute danach, 2 Minuten zwischen den Spielen, 2 Minuten für einen Ausrüstungswechsel; Verletzung und Blutung haben eigene Fristen nach Ursache.

Häufige Fragen

Wer leitet ein Vereinsmatch?
Meist die Spieler selbst, oder ein Marker-Schiedsrichter am Courtrand. Umso wichtiger, die Let/No-Let/Stroke-Lesart im Training zu üben: Das geleitete Trainingsmatch — der Coach pausiert und bespricht den Entscheid — ist die Übung, die diese Kompetenz vor dem Turniertag aufbaut.
Ist der Tin immer gleich hoch?
Nein — er ist ein Parameter, keine Konstante: 480 mm im Standard-Einzel, 330 mm im Doppel und 430 mm auf den Glascourts der Profitour (eine Tour-Konvention, keine Verbandsregel). Im Verein: 480 mm.
Was ändert die Ausgabe 2025?
Drei Ergänzungen aus der Versammlung vom Juni 2025: eine Tauchregel, eine Regel zu vorbestehenden Blutungen und der Verhaltensverstoss « den Schiedsrichter beeinflussen ». Der Kern — PAR-11, der einzige Aufschlag, der Regel-8-Baum, die Verhaltenstreppe — bleibt unverändert.

Quellen

WSF — World Squash Singles Rules 2025 V1.2 (in Kraft 1. Sep. 2025): Regel 2 (Zählung), Regel 5 (Aufschlag), Regeln 6 und 9 (guter Rückschlag, Tin, Auslinie), Regel 8 (Behinderung — der ganze Baum, Turning, Gefahr), Regel 14 (Verhalten), Regeln 7/13/15 (Zeiten); die Conduct on Court Guidelines. Der DSQV publiziert die deutsche Übersetzung (Squash-Spielregeln); alle Verbände der Paak-Märkte spielen die WSF-Regeln — Squash kennt kein Regelschisma. Zählungsgeschichte: Hand-out bis 1988 (WM), PARS-15 1989–2003, PAR-11 universell seit April 2009. · Paak-Squash-Korpus, Datei 01 (Regeln und Governance) — geprüft September 2026.

Zuletzt aktualisiert: 7. September 2026