Kurzes Spiel, Volley & Boast

SQUASH-TRAINING Lesezeit : 8 Min. Aktualisiert 7. September 2026
Inhalt
Das Angriffsspiel des Squash ruht auf drei Familien: dem Stopp und seinem Begleiter, dem Lob (die zwei Enden des Vordercourt-Duells), dem Volley, der dem Gegner die Zeit stiehlt, und der Boast-Familie — Seitenwand zuerst —, die die Angriffsdiagonale öffnet. Drei Familien, eine gemeinsame Bedingung: Sie zahlen sich nur gegen einen Gegner aus, den die Länge bereits nach hinten geschoben hat.

Stopp und Lob — das Vordercourt-Paar

Der Stopp beendet den Ballwechsel oder erzwingt den Sprint nach vorn; der Lob ist seine natürliche Antwort — hoch, weich, tief, er kauft Zeit und schickt alle nach hinten. Beide werden zusammen trainiert (die Stopp-Lob-Routine: einer stoppt, der andere lobt, feste Rollen, dann getauscht), weil sie im Match derselbe Spielmoment sind. Ein Stopp ist Gefühl, keine Kraft: offene Schlagfläche, Ball früh genommen, knapp über den Tin gelegt — und man folgt seinem Ball: Ein nicht verfolgter Stopp lässt den ganzen Court offen.

Der Volley — Zeit stehlen

Den Ball vor dem Aufsprung nehmen heisst dem Gegner die Erholungszeit stehlen. Seit dem Wechsel zum PAR-11 (jeder Ballwechsel zählt) zahlt der Volley mehr als früher: Zeitdruck wird direkt zu Punkten. Er baut sich solo an der Frontwand auf (kurze Aktion, kein Ausholen), dann am Zuspiel (den schwebenden Ball vor der Ecke abfangen), dann im Konditionsspiel « Volley-Pflicht ». Eine Sicherheitszeile begleitet ihn immer: kein grosser Schwung auf Kopfhöhe nahe am Gegner — die kontrollierte Aktion ist Verhaltensregel und Technik zugleich (Regel 8.10).

Die Boast-Familie und die Diagonale

Der Boast trifft zuerst die Seitenwand: Der Ball kommt zur gegenüberliegenden Vorderseite heraus. Er hat mehrere Gesichter — den Arbeits-Boast (zwei Wände, defensiv, aus der Ecke heraus), den Trickle-Boast (angreifend, weich von vorn) — und eine präzise taktische Aufgabe: die Diagonale öffnen. Das klassische Muster: Die Länge nagelt den Gegner hinten fest → der Boast zieht ihn diagonal nach vorn → der Stopp oder der Cross beendet. Die Boast-Drive-Routine — die berühmteste des Squash: Einer boastet hinten, der andere spielt vorn die gerade Länge zurück, endlos — trainiert beide Schläge und die Vor-Zurück-Bewegung beider Spieler zugleich.

SchlagRolleDas Risiko
StoppBeenden, den Sprint erzwingenHoch, wenn nicht eng oder aus schlechter Position
LobSich zurücksetzen, Zeit kaufenNiedrig — die Vordercourt-Rettung
VolleyZeit stehlen, das T haltenMittel — verlangt frühe Position
BoastDie Diagonale öffnenHoch — ein lockerer Boast wird bestraft

Bei den Jüngsten werden diese Familien in graduierter Form gelehrt: das Zielspiel an der Seitenwand (die Idee des Boasts, vor dem Boast), das Wand-Volley-Zählen mit erlaubtem Fangen, der geführte Stopp am hohen, langsamen Zuspiel. Die Erwachsenenform kommt mit der Kontrolle — nie umgekehrt.

Häufige Fragen

Wann kurz spielen — und wann nicht?
Kurz spielen zahlt sich aus, wenn der Gegner hinter Ihnen steht, von der Länge festgenagelt. Kurz angreifen aus dem Hinterfeld, weg vom T, verschenkt den Ballwechsel: Der Gegner erreicht den Ball vor Ihrer Erholung und nimmt das T. Die Kanon-Regel: Die Länge öffnet, das Kurze beendet.
Ist der Boast defensiv oder offensiv?
Beides — er ist eine Familie. Der Arbeits-Boast (zwei Wände) rettet aus einer unmöglichen Ecke und kauft Zeit; der Trickle-Boast greift von vorn an; der Öffnungs-Boast zieht den Gegner über die Diagonale. Was sie unterscheidet: wo der Gegner im Moment der Frappe steht.
Warum wird die Boast-Drive-Routine so viel gespielt?
Weil sie vier Dinge zugleich trainiert: den Boast (hinterer Spieler), die gerade Länge (vorderer Spieler), die Vor-Zurück-Bewegung beider und die Freimach-Disziplin — die Spieler kreuzen sich ständig, Regel 8 wird in jedem Zyklus gelebt. Bei u13 vereinfacht sie sich (höherer Boast, ein Aufsprung erlaubt) und erweitert sich zur Dreier-Rotation für Gruppeneinheiten.

Quellen

Der Trainingskanon des Squash — WSF (Gerüst), England Squash Junior 101 und Squash Canada (ausländische Curricula, als solche zitiert), FFsquash (die graduierten Formen von Mini-Squash / École de Jeunes) — für die benannten Formen (Stopp-Lob, Boast-Drive, Trickle-Boast, Konditionsspiele); WSF-Einzelregeln 2025 V1.2 für den gefährlichen Schwung (Regel 8.10) und PAR-11. · Paak-Squash-Korpus, Dateien 03 (Technik) und 04 (Taktik — die Diagonale) — geprüft September 2026.

Zuletzt aktualisiert: 7. September 2026