Das universelle Grundgerüst
- Aufwärmen — Mobilität + Aktivierung mit Ball, in Spielform.
- Technikblock — ein Element erwerben (Pass, Wurf, Finte), viele Wiederholungen.
- Taktikblock — Kleinfeldspiel oder Positionsarbeit mit einer klaren Absicht.
- Spiel — frei oder mit Regeln; hier zeigt sich, was gelernt wurde.
- Ausklang — leichtes Dehnen, gemeinsames Fazit, positiv enden.
Das ist auch die Struktur, die der EHF-Lehrgang Stufe 1 (RINCK-Konvention 2024) formalisiert: « Aufwärmen, Hauptstruktur, Ausklang », mit den Trainingsprinzipien (progressive Überlastung, Periodisierung) im Hintergrund.
Das universelle Grundgerüst einer Einheit
Fünf Blöcke, vom Allgemeinen zum Spezifischen — für jede Kategorie anpassbar.
Mobilität + Aktivierungsspiel mit Ball.
Ein Element erwerben, an Stationen.
Kleinfeldspiel oder Positionsarbeit.
Freies Spiel oder Spiel mit Regeln.
Erholung + Austausch.
Mini (U7-U9) ~45-60 Min. · U11-U13 ~75 Min. · U15-U17 ~90 Min. · Senior/Elite ~90-120 Min. Bei Kindern: alle in Bewegung halten (keine Warteschlangen), viele Bälle, kurze Anweisungen.
Minutierte Modelle nach Alter
- Minihandball (U7–U9), 45–60 Min.: 10 Min. Laufspiel mit Bällen → 15 Min. Werfen-und-Fangen-Spiele (Partner, Wand, Ziele) → 20 Min. Minihandball 4 gegen 4 auf rund einem Drittel des Feldes → 5 Min. Abschlussspiel. Softball oder Grösse 0/1.
- U11–U13, ~75 Min.: 12 Min. dynamisches Aufwärmen + Ballhandling → 20 Min. Technik (Passreihen, Drei-Schritt-Rhythmus zum Sprungwurf) → 20 Min. 1 gegen 1 und 3 gegen 3 mit Regeln → 18 Min. gelenktes Spiel → 5 Min. Ausklang.
- U15–U17, ~90 Min.: 15 Min. Aufwärmen + Prävention (Schulter / Knie) → 25 Min. Technik nach Position → 25 Min. Taktik (ein Abwehrsystem + der Angriff, der es in Bewegung bringt) → 20 Min. Spiel → 5 Min. Ausklang.
- Aktive / Elite, 90–120 Min.: individualisierte Aktivierung + Prävention → Arbeit nach Position und System → taktische Phasen mit hoher Intensität → kontrollierte Spielform → Erholung. Die Belastung richtet sich nach dem Spielkalender — siehe Athletik und Prävention.
Spielen, um zu lernen
Zwei sich ergänzende Ansätze prägen die moderne Handball-Vermittlung:
- Teaching Games for Understanding (TGfU) — « das Spiel durch das Spiel lehren »: das Spiel auf seine einfachste Form reduzieren, dann Komplexität im Tempo der Spielenden hinzufügen. Eine kontrollierte Studie zeigte höhere Motivation und bessere Ergebnisse als das traditionelle Technikformat in Mannschaftssportarten einschliesslich Handball.
- Der Constraints-Ansatz — der EHF-Lehrgang Stufe 1 nutzt ihn ausdrücklich: « Anpassung von Rahmenbedingungen (Regeln, Material, Raum), die adaptive Antworten hervorbringt ». Drei Pässe vor dem Torwurf, Bodenpass Pflicht, Tore nur per Sprungwurf… Die Regel lässt das gewünschte Verhalten entstehen, ohne Vortrag.
Kleinfeldspiel 3 gegen 3
Drittel- oder Halbfeld · Regel nach Wahl (3 Pässe, Bodenpass Pflicht, Tore nur per Sprungwurf).
Alle berühren den Ball · die Regel zielt auf das Tagesziel · Anweisungen in max. 20 s.
Die klassischen Fehler
- Die Warteschlangen. Zehn Kinder, die einem Werfer zuschauen, sind neun Kinder, die nicht trainieren. Vervielfachen Sie Stationen und Bälle.
- Der Monolog. Eine Anweisung von mehr als 20–30 Sekunden ist schon vergessen. Vormachen, spielen, im Spiel korrigieren.
- Die von den Aktiven kopierte Einheit. Ein 6-0-Aufwärmen bei den U9 lehrt nichts — siehe Grundlagen nach Alter.
- Mit einem Misserfolg enden. Die letzte Erinnerung an die Einheit bestimmt die Lust wiederzukommen. Immer mit einem gelungenen Spiel schliessen.
Der Ausbildungsweg der Trainerin und des Trainers
RINCK-Konvention: 43 Verbände anerkennen die Trainerdiplome in Europa gegenseitig.
Grundlagen, Einheit, Sicherheit.
Taktik, Spielerentwicklung.
Leistung, Analyse.
EHF-PRO-Lizenz · Stufe III + 3 Jahre Erfahrung.
Quellen
EHF-Curriculum Stufe 1 (RINCK-Konvention 2024) — Einheitsstruktur und Constraints-Ansatz · Bunker & Thorpe (TGfU) und die kontrollierte Studie zu Motivation/Ergebnissen in Mannschaftssportarten · IHF-Rahmenwerke Minihandball. Inhalt geprüft im Juli 2026.
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