Regeln und Ausrüstung

FUSSBALLTRAINING Lesezeit : 11 min Aktualisiert 2. August 2026
In Kraft sind die IFAB-Spielregeln 2026/27, «Effective from 1st July 2026». Jedes Vereinsdokument, das noch 2025/26 zitiert, hinkt eine Ausgabe hinterher. Diese Seite hält drei Dinge zusammen: was die IFAB geändert hat, was ein nationaler Verband überhaupt ändern darf — und was ein Verein über sein Material und seine Anlage wissen muss, samt einem Punkt französischen Rechts, bei dem die meistzitierte Referenz der Branche seit 2007 aufgehoben ist.

Die geltende Ausgabe, und wie man sie prüft

Die Spielregeln wechseln jeden 1. Juli. Seite 4 der aktuellen Ausgabe druckt «Effective from 1st July 2026» — das ist der Jahrgangsbeleg, und den zitiert man. Beschlossen wurden die Änderungen an der 140. Jahreshauptversammlung der IFAB am 28. Februar 2026 in Hensol, Wales, unter dem Vorsitz von Mike Jones, Präsident des walisischen Verbandes.

Zwei Lesregeln, von der IFAB selbst in den Notes on the Laws of the Game gedruckt: «If there is any divergence in the wording, the English text is authoritative» — bei Abweichungen zwischen den Sprachfassungen gilt der englische Text; und «If there is any divergence between metric and imperial units, the metric units are authoritative» — der Meter schlägt das Yard.

Das herunterladbare PDF ist nicht mit den Online-Regeln synchron. Die single-pages-Datei 2026/27 ist ein Build vom 11. Mai 2026 und liegt damit vor der Einarbeitung des zweiten Änderungspakets vom 28. April 2026. Volltextauszug über alle 6'948 Zeilen dieses PDF: die Zeichenkette mouth ergibt null Treffer, in protest ebenfalls, und die Regeln 3.1 und 7.5 stehen dort noch in ihrer nicht geänderten Fassung. Für alles aus dem April-Paket zitieren Sie die Änderungsbroschüre und die Online-Regeln, nie das PDF. Für alles Übrige ist das PDF massgebend.

Ein Prüftrick. Der Index theifab.com/laws/latest/ liefert HTTP 404, was fälschlich nach einer verschwundenen Ressource aussieht — die Unterpfade pro Regel antworten aber: /laws/latest/fouls-and-misconduct/ liefert 200. Das ist der schnellste Weg, den Online-Text gegen das gedruckte PDF zu halten.

Was sich 2026/27 ändert

2026/27 ist eine Ausgabe zu Tempo und Verhalten. Drei neue Countdowns kommen ins Spiel, und sie verändern konkret, wie eine Auswechslung, eine Standardsituation und eine Verletzung gemanagt werden.

RegelÄnderungWirkung
Regel 3Zehn Sekunden, bis der ausgewechselte Spieler das Feld verlassen hat — ab Anzeigetafel oder Signal des SchiedsrichtersDanach darf der Einwechselspieler erst «at the first stoppage after one minute has elapsed» aufs Feld. Verwarnung nur bei übermässiger Verzögerung. Bei Verletzung oder Sicherheitsgründen kann der Schiedsrichter die Frist aussetzen.
Regel 3A-Länderspiele als Freundschaftsspiele: einsetzbare Auswechselspieler 6 → 8, bei Einvernehmen bis 11Der Schiedsrichter muss vor dem Spiel informiert werden. Die Beschränkung auf drei Wechselgelegenheiten bleibt.
Regel 4Accessoires sind erlaubt, wenn sie nicht gefährlich und sicher abgedeckt sindEnde des pauschalen Schmuckverbots. Siehe Abschnitt Regel 4.
Regel 5Eine Minute ausserhalb des Feldes nach Beurteilung oder Behandlung einer VerletzungSechs ausdrückliche Ausnahmen: verletzter Torhüter; Zusammenstoss Torhüter / Feldspieler; Zusammenstoss zweier Spieler derselben Mannschaft; schwere Verletzung; Verletzung durch ein Vergehen, für das der Gegner verwarnt oder ausgeschlossen wird; ein Strafstoss ist verhängt und der Verletzte ist der Schütze.
Regel 5Bodycams für Schiedsrichter — Wettbewerbsoption, kein Versuch mehrDer Veranstalter muss die Kameras stellen und die Aufnahmen kontrollieren.
Regel 5Vorteil ist anwendbar, «when a restart is incorrectly taken and the ball is in play»Klarstellung.
Regel 12Keine Verwarnung für DOGSO, wenn Vorteil läuft und ein Tor fälltIn diesem Fall entfällt die Karte vollständig.
Regel 12Die Worte «and attackers» in den DOGSO-Kriterien ergänzt⚠️ Es bleiben vier Kriterien, nicht fünf: Distanz zum Tor, allgemeine Spielrichtung, Wahrscheinlichkeit, den Ball zu behalten oder zu erobern, Position und Anzahl der Verteidiger und Angreifer. Die Änderung hat das vierte Kriterium erweitert, kein fünftes geschaffen.
Regel 15Sichtbarer Fünf-Sekunden-Countdown beim EinwurfDanach: Einwurf für den Gegner, von derselben Stelle.
Regel 16Sichtbarer Fünf-Sekunden-Countdown beim AbstossDanach: Eckstoss für den Gegner, auf der Seite, die dem Ausführungsort des Abstosses am nächsten liegt.
Regeln 10 und 14Unabsichtliche Doppelberührung beim Strafstoss (Bestätigung von IFAB-Zirkular Nr. 31)Tor → Wiederholung; kein Tor → indirekter Freistoss. Die automatische Verwarnung des Schützen entfällt, wenn Schütze und Torhüter gleichzeitig ein Vergehen begehen.

Das zweite Paket, beschlossen am 28. April 2026. Vier Bestimmungen, im gedruckten PDF nicht enthalten, in den Online-Regeln vorhanden:

  • Feldverweis für «covering their mouth when communicating with an opponent in a provocative, derisory or inflammatory manner or situation» — ausdrücklich als Massnahme gegen Diskriminierung eingeordnet. Wettbewerbsoption.
  • Feldverweis für «leaving the field of play in protest at a decision of the referee» sowie für das Auffordern anderer dazu — Spieler und Offizielle. Wettbewerbsoption.
  • Regel 3.1 neu formuliert: das Minimum von sieben Spielern versteht sich neu «not including temporary dismissals or one-minute periods off the field of play».
  • Regel 7.5: Forfait-Grundsatz — eine Mannschaft, die für den Spielabbruch verantwortlich ist, weil sie unter sieben Spieler fällt, verliert das Spiel forfait, vorbehältlich des Wettbewerbsreglements.
Die acht Sekunden des Torhüters sind keine Neuerung von 2026/27. Das ist eine Änderung von 2025/26 (Regel 12.3): Wer den Ball länger als acht Sekunden mit den Händen kontrolliert, verursacht einen Eckstoss, wobei der Schiedsrichter die letzten fünf Sekunden mit erhobener Hand sichtbar herunterzählt. Das Detail, die Definition der Kontrolle und die Platzierung des Eckstosses stehen unter Torhüter. Nicht zu verwechseln mit dem neuen Eckstoss von 2026/27, jenem für den verzögerten Abstoss: Regel 17 führt jetzt zwei per Schiedsrichterentscheid zuerkannte Eckstösse.

Ein Termin für den Vereinskalender: Das Protokoll «Only the captain» — Dialog mit dem Schiedsrichter nur über den Captain — ist seit 2025/26 optional und wird für alle Wettbewerbe, die am oder nach dem 1. Juli 2027 beginnen, obligatorisch. Die zugehörige Zone von 4 m (4,5 Yards) um den Schiedsrichter gilt nur im Junioren-, Veteranen-, Behinderten- und Breitenfussball: Ein Nicht-Captain, der sie betritt, wird wegen Reklamierens durch eine Geste verwarnt; sind es mehrere, mindestens eine Verwarnung und ein obligatorischer Rapport an die Instanzen nach dem Spiel.

Die Klausel hinter den Juniorenspielformen

Das ist der für einen Amateurverein nützlichste Text des ganzen Buches — und er steht nicht in einer nummerierten Regel. Er liegt im Vorspann, unter Notes and modifications → General modifications, Seiten 20-21 der Ausgabe 2026/27. Er ist die Rechtsgrundlage jeder reduzierten Spielform in der Schweiz, in Frankreich und in Belgien.

IFAB — General modifications, S. 20-21
«All national FAs (and confederations and FIFA) have the option to modify all or some of the following organisational areas of the Laws of the Game for football for which they are responsible.»
GeltungsbereichWas geändert werden darf
Alle SpielstufenDie Zahl der Auswechselspieler in offiziellen Wettbewerben, höchstens fünf — ausser im Juniorenfussball, wo der Verband, die Konföderation oder die FIFA das Maximum festlegt · die Verwendung zusätzlicher definitiver Auswechslungen bei Gehirnerschütterung · die Einführung des Protokolls «Only the captain» (ab 1. Juli 2027 obligatorisch).
Junioren-, Veteranen-, Behinderten- und BreitenfussballDie Spielfeldgrösse · Grösse, Gewicht und Material des Balls · die Breite zwischen den Torpfosten und die Höhe der Querlatte · die Dauer der beiden (gleich langen) Halbzeiten · die Anzahl Spieler · Rückwechsel · Zeitstrafen für alle oder einen Teil der Verwarnungen · besondere Anforderungen an die Captainbinde.
KategorienJeder Verband legt die Altersgrenzen für Junioren- und Veteranenfussball selbst fest und bestimmt, welche Wettbewerbe als «grassroots» gelten.

Und die harte Grenze, gedruckt auf S. 17 der Notes on the Laws of the Game: «apart from the modifications permitted by The IFAB (see 'General modifications'), the Laws must not be modified or changed, except with the permission of The IFAB».

Die Liste ist abschliessend, und das ist der Merksatz. Spielfeld, Ball, Tore, Halbzeitdauer, Spielerzahl, Rückwechsel, Zeitstrafen, Captainbinde, Anzahl Auswechselspieler, Gehirnerschütterungswechsel, Captain-Protokoll: sonst nichts. Abseits, Handspiel, DOGSO und das Strafstossverfahren sind nicht national veränderbar. Ein Dokument, das etwas anderes behauptet, ist entweder falsch oder beschreibt keine Verbandsspielform. Die von SFV/ASF, FFF und URBSFA tatsächlich publizierten Masse und Mannschaftsstärken stehen unter Altersklassen und Spielformen.

Zeitstrafen, in Zahlen. Die IFAB setzt ihre Dauer auf 10 bis 15 % der gesamten Spielzeit«e.g. 10 minutes in a 90-minute match; 8 minutes in an 80-minute match» — für alle Vergehen gleich lang. Verfügbar sind sie nur im Junioren-, Veteranen-, Behinderten- und Breitenfussball, mit Zustimmung des nationalen Verbandes und mit Publikation im Wettbewerbsreglement. Sie gelten für alle Spieler, Torhüter eingeschlossen, nicht aber für Auswechselspieler oder bereits ausgewechselte Spieler. Ein Spieler, dessen Zeitstrafe bei Spielende noch läuft, darf am Penaltyschiessen teilnehmen.

Der Gehirnerschütterungswechsel ist ebenfalls eine Wettbewerbsoption: höchstens einer pro Mannschaft und Spiel, definitiv, und seine Verwendung eröffnet dem Gegner das Recht auf eine zusätzliche Auswechslung aus beliebigem Grund. Das Protokoll wurde an der 138. Jahreshauptversammlung am 2. März 2024 in Schottland beschlossen.

Regel 2: der Ball, und was die FIFA-Gütezeichen wirklich zertifizieren

Regel 2 · Der Ball

Der Ball der U6-U9 trägt keine FIFA-Marke, die man prüfen könnte

Eine einzige Umfangsskala. Die FIFA-Bänder drängen sich eng um Regel 2; der von der FFF publizierte Ball der Grösse 3 liegt vollständig links des tiefsten davon.

Auf einer Umfangsskala liegt der Ball der Grösse 3 für die U6-U9 ausserhalb jedes von der FIFA zertifizierten Bandes. Eine waagrechte Umfangsskala von 56 bis 71 Zentimetern trägt sieben übereinanderliegende Bänder. Zuoberst deckt Regel 2 der Spielregeln 68 bis 70 Zentimeter ab, die einzige überall geltende Anforderung. Darunter die Schwellen des FIFA Quality Programme für einen Ball der Grösse 5: Quality Pro von 68,5 bis 69,5 Zentimetern, Quality und Basic von 68,0 bis 70,0 Zentimetern. Weiter unten eine zweite Gruppe für die Grösse 4: das FIFA-Band von 63,5 bis 66,0 Zentimetern, dann die beiden Werte, die der französische Verband für dieselbe Grösse 4 druckt, 62 bis 66 Zentimeter auf seiner nationalen Seite und 63 bis 66 Zentimeter auf dem Blatt des Bezirks 65. Ganz unten, für sich allein, die Grösse 3, welche die FFF für die U6 bis U9 publiziert: 57 bis 60 Zentimeter, rund 300 Gramm. Eine gestrichelte Linie markiert die Untergrenze des FIFA-Bandes der Grösse 4 bei 63,5 Zentimetern; das Band der Grösse 3 endet bei 60 Zentimetern, deutlich links dieser Linie, und trägt den Vermerk, dass in dieser Grösse keine FIFA-Marke existiert. Umfang, in Zentimetern 58 60 62 64 66 68 70 Untergrenze FIFA Grösse 4 — 63,5 cm Regel 2 — jeder Wettbewerb 68 bis 70 cm FIFA Quality Pro 68,5 bis 69,5 cm FIFA Quality und Basic 68,0 bis 70,0 cm FIFA Grösse 4 63,5 bis 66,0 cm FFF T.4 — nationale Seite 62 bis 66 cm FFF T.4 — Bezirk 65 63 bis 66 cm FFF T.3 — U6 bis U9 57 bis 60 cm, rund 300 g in dieser Grösse existiert keine FIFA-Marke Rechtsgrundlage der Grösse 3 ist die IFAB-Klausel « General modifications ». Das ist keine Zertifizierung, und am Ball selbst gibt es nichts zu kontrollieren.

Die beiden FFF-Werte für dieselbe Grösse 4 stehen nebeneinander: sie stammen aus zwei verschiedenen FFF-Dokumenten, und keiner ist ein Druckfehler.

Regel 2 besteht aus drei Zahlen, und nur diese gelten überall:

EigenschaftRegel 2.1
Umfang68 bis 70 cm
Gewicht410 bis 450 gbei Spielbeginn, nicht ab Werk
Druck0,6 bis 1,1 Atmosphären auf Meereshöhe (600 bis 1'100 g/cm²)
GütezeichenObligatorisch in FIFA- und Konföderationswettbewerben; ein nationaler Verband kann sie für eigene Wettbewerbe verlangen, muss aber nicht
WerbungKeine, ausser Wettbewerbslogo, Emblem des Veranstalters und Marke des autorisierten Herstellers

Defekter Ball: Spielunterbruch und Fortsetzung mit Schiedsrichterball; wird er bei einer Spielfortsetzung defekt, wird diese wiederholt; geschieht es während eines Strafstosses, bevor der Ball einen Spieler, die Querlatte oder einen Pfosten berührt, wird der Strafstoss wiederholt.

Die drei Gütezeichen des FIFA Quality Programme. FIFA Basic zielt auf «minimum standards while ensuring affordability for use at all levels»; FIFA Quality betont Haltbarkeit und Sicherheit und ist «the general level for training and broader use»; FIFA Quality Pro zielt auf «first-class performance, accuracy and safety». Wichtig zu wissen: FIFA Basic hat den früheren International Match Standard (IMS) abgelöst — nach IMS zertifizierte Bälle und Beläge bleiben zulässig, «until their certification expires».

Was das Gütezeichen tatsächlich zertifiziert. Neun Laborprüfungen bei 20 ± 2 °C und 65 ± 5 % relativer Feuchte nach mindestens 24 Stunden Konditionierung: Umfang, Kugelform, Rücksprung, Wasseraufnahme, Wägewert, Druckverlust, Form- und Massbeständigkeit, Auswuchtung, Materialanalyse. Die publizierten Schwellen für einen Ball der Grösse 5 im Feldfussball:

PrüfungQuality ProQualityBasic
Umfang68,5 – 69,5 cm68,0 – 70,0 cm68,0 – 70,0 cm
Kugelform, max.1,5 %1,8 %1,8 %
Rücksprung bei 20 °C135 – 155 cm125 – 155 cm125 – 155 cm
Rücksprung bei 5 °Cmin. 125 cmmin. 115 cmmin. 115 cm
Wasseraufnahme, max.10 %10 %10 %
Wägewert420 – 445 g410 – 450 g410 – 450 g
Druckverlust, max.15 %20 %25 %
Geprüfte Muster996

Das Prüfhandbuch 2026 hat gegenüber jenem vom Februar 2018 zwei Spalten verschärft: der Druckverlust ging von 20 / 25 / 25 % auf 15 / 20 / 25 %, die Musterzahl von 10 / 10 / 7 auf 9 / 9 / 6. Quality und Quality Pro werden von der Empa geprüft, der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt; Basic von Sports Labs Ltd und PFI.

Zwei ehrliche Vorbehalte. Erstens sind die Spaltenköpfe im FIFA-PDF Logobilder ohne extrahierbaren Text: Die Zuordnung Spalte → Gütezeichen ist aus dem Strengegefälle abgeleitet, während die Zahlen selbst wörtlich gelesen wurden. Zweitens zertifiziert ein Gütezeichen ein im Labor geprüftes Modell, nicht den Ball in Ihrer Tasche — über dessen Zustand nach zwei Wintern sagt es nichts.

Und für Kinder? Das FIFA-Ballprogramm zertifiziert im Feldfussball nur die Grössen 5 und 4. Der von der FFF für U6 bis U9 publizierte Ball T.3«zwischen 57 und 60 cm Umfang und rund 300 g» — liegt unter dem FIFA-Band für Grösse 4 (63,5 bis 66,0 cm, 350 bis 390 g): Auf einem T.3-Ball gibt es gar kein FIFA-Gütezeichen zu prüfen. Rechtsgrundlage dieser nationalen Grösse ist die Klausel General modifications.

Zwei FFF-Werte für dieselbe Grösse 4, beide echt. Die nationale Seite Le foot pour les enfants druckt «Il mesure entre 62 et 66 cm, pour 400 g (T.4)»; der District 65 druckt «Taille 4 (63 à 66 cm de circonférence)». Zwei verschiedene FFF-Dokumente, keines davon ein Übertragungsfehler. Wir drucken beide: Wer nur einen Wert führen kann, nimmt den nationalen und behält die Districtvariante im Kopf — ein Verein kann nach dem Merkblatt seines eigenen Districts kontrolliert werden.

Regel 4: die Ausrüstung der Spieler

Die Pflichtausrüstung besteht aus fünf Teilen: Trikot mit Ärmeln, Hose, Stutzen, Schienbeinschoner, Schuhe. Der Rest von Regel 4 ist eine Liste von Details, die Amateurvereine vor dem Anpfiff regelmässig übersehen.

PunktWas Regel 4 sagt
SchienbeinschonerGeeignetes Material, angemessene Grösse für vernünftigen Schutz, von den Stutzen bedeckt. Und entscheidend: «Players are responsible for the size and suitability of their shinguards» — die Verantwortung liegt beim Spieler. Die Regeln nennen keine Mindestgrösse, keine Dicke, keine Norm.
Tape an den StutzenAussen aufgebrachtes Tape oder Material muss dieselbe Farbe haben wie der Stutzenteil, den es bedeckt. Ein Klassiker unter den Regelverstössen am Samstagmorgen.
UnterziehshirtsEinfarbig in der Hauptfarbe des Trikotärmels oder mit einem Muster, das den Ärmel exakt wiedergibt.
Unterziehhosen und TightsDieselbe Farbe wie die Hauptfarbe der Hose oder wie deren unterster Teil; innerhalb der Mannschaft einheitlich.
FarbenDie beiden Mannschaften müssen sich voneinander und von den Schiedsrichtern unterscheiden. Jeder Torhüter muss sich von den übrigen Spielern und den Schiedsrichtern unterscheiden; tragen beide Torhüter dieselbe Farbe und hat keiner ein anderes Trikot, gilt «the referee allows the match to be played».
CaptainbindeVom Veranstalter abgegeben oder bewilligt, oder einfarbig, allenfalls mit «captain», «C» oder einer Übersetzung — ebenfalls einfarbig.
Weitere AusrüstungUngefährliche Schutzausrüstung: «gloves, headgear, facemasks and knee and arm protectors made of soft, lightweight padded material», Sportbrillen, Torhütermützen, und Torhüter dürfen Trainerhosen tragen.
KopfbedeckungenFünf kumulative Bedingungen: schwarz oder in der Hauptfarbe des Trikots und innerhalb der Mannschaft einheitlich; dem professionellen Erscheinungsbild entsprechend; nicht am Trikot befestigt; nicht gefährlich (kein Öffnungs- oder Schliessmechanismus am Hals); keine hervorstehenden Teile.
Accessoires (neu 2026/27)«Accessories are permitted as long as they are not dangerous and are safely and securely covered. Dangerous items must be removed and not taped or covered.»
Elektronik — SpielerVerboten, ausser bei bewilligtem EPTS. Gilt auch für Auswechselspieler, ausgewechselte und ausgeschlossene Spieler.
Elektronik — BetreuerstabErlaubt, soweit sie direkt dem Wohl oder der Sicherheit der Spieler oder taktischen Zwecken dient, und nur kleine tragbare Geräte: Mikrofon, Kopfhörer, Ohrhörer, Mobiltelefon, Smartwatch, Tablet, Laptop. Bei Missbrauch oder daraus folgendem unangebrachtem Verhalten wird der Offizielle «sent off» — zwingend, nicht im Ermessen.
SlogansKeine politischen, religiösen oder persönlichen Slogans, Aussagen oder Bilder. Zulässig: Nummer, Name, Vereinswappen, Slogans oder Embleme, die Fussball, Respekt und Integrität fördern, sowie bewilligte Werbung — vorzugsweise auf der Trikotvorderseite und der Binde.
Verlorener Schuh oder SchonerSo rasch wie möglich ersetzen, spätestens wenn der Ball das nächste Mal aus dem Spiel ist; ein vorher erzieltes Tor zählt.
SanktionDer Spieler verlässt das Feld zur Korrektur, die Korrektur wird von einem Schiedsrichter kontrolliert, das Wiederbetreten braucht dessen Erlaubnis. Wer ohne Erlaubnis zurückkehrt, wird verwarnt.

Warum die IFAB das Schmuckverbot gestrichen hat, in ihren eigenen Worten: «The banning of jewellery created confrontation and had been inconsistently applied. It also overlooked cultural, religious, medical and personal reasons for wearing certain items.» Der alte Satz — «All items of jewellery … are forbidden and must be removed. Using tape to cover jewellery is not permitted» — fehlt in der gedruckten Regel 2026/27 vollständig; er überlebt nur als durchgestrichener Text in der Änderungsbroschüre. Jedes Vereinsreglement, das gegen den Text 2025/26 geschrieben wurde, ist in diesem Punkt heute falsch.

GPS-Westen: die Pflicht liegt nicht beim Verein. Regel 4.4 ist ausdrücklich — wo tragbare Technik Teil eines EPTS in einem offiziellen Wettbewerb ist, gilt «the competition organiser must ensure», dass die Technik nicht gefährlich ist und die Anforderungen des FIFA Quality Programme for EPTS erfüllt. Praktisch: Ein Verein, der die Westen nur im Training einsetzt, liegt ausserhalb von Regel 4; sobald sie im Meisterschaftsspiel getragen werden, entscheidet die Bewilligung des Wettbewerbs.

Torsicherheit

Auf Seiten der Spielregeln ist es ein einziger Satz, die Sicherheitsklausel von Regel 1.10: «Goals (including portable goals) must be firmly secured to the ground.» Keine Prüfung, keine Kraft, kein Kontrollintervall. Die Masse dagegen sind fix: 7,32 m zwischen den Pfosteninnenkanten, 2,44 m vom Boden bis zur Unterkante der Querlatte, Pfosten und Latte weiss, gleich breit und gleich tief, höchstens 12 cm, im Querschnitt quadratisch, rechteckig, rund, elliptisch oder hybrid — und an beiden Enden gleich. Bricht die Latte, wird das Spiel bis zur Reparatur oder zum Ersatz unterbrochen; ein Seil oder anderes biegsames oder gefährliches Material darf die Latte nicht ersetzen; ist sie nicht reparierbar, «must be abandoned» — das Spiel wird abgebrochen.

Normen gibt es, aber sie sind kostenpflichtig. BS EN 748:2013+A1:2018 Playing field equipment — Football goals deckt vier Typen und zwei Grössen ab und schliesst jene Tore aus, die unter EN 16579 (bodenhülsen- oder freistehende Tore von 10 bis 42 kg — die Klasse, die die meisten Amateurvereine kaufen) und EN 16664 (Leichttore) fallen. Das FIFA Quality Programme for Football Goals baut darauf auf: Ein akkreditiertes Institut braucht ISO-17025-Akkreditierung für die EN-748-Prüfungen Strength und Stability, beide beschränkt auf free-standing portable goals, und seit dem 1. Januar 2022 zusätzlich für fünf FIFA-Prüfverfahren: Reissfestigkeit des Netzgewebes, Haltekraft der Netzbefestigung, Einklemmen im Rahmen, Festigkeit, Standsicherheit. ⚠️ Die Lastwerte der EN 748 wurden nicht gelesen: Die Norm kostet 224.59 USD.

Frankreich: die meistzitierte Referenz der Branche ist aufgehoben

Das Décret n° 96-495 vom 4. Juni 1996 ist seit dem 25. Juli 2007 aufgehoben, durch das Décret n° 2007-1133. Sein Inhalt wurde in den Code du sport, Artikel R. 322-19 bis R. 322-26, überführt, und dieser Abschnitt wurde danach durch das Décret n° 2016-481 vom 18. April 2016 vollständig neu geschrieben. Jedes Vereinsmerkblatt, jede Offerte und jede Ausbildungsfolie, die «das Dekret von 1996» als geltendes Recht zitiert, zitiert einen seit neunzehn Jahren toten Text.

Und die berühmten Lasten von 180 kg, 110 kg und 320 kg? Sie sind echt — es sind die Prüfungen des Anhangs von 1996, vom französischen Bildungsministerium unter dem Titel «Décret n° 96-495 du 4 juin 1996 et note de la DGCCRF du 23 décembre 1996» wiedergegeben: eine einminütige statische Prüfung mit 180 kg, senkrecht in der Mitte der Querlatte aufgehängt, die Last 20 cm über dem Boden; eine zweite Prüfung mit einer waagrechten Kraft von 110 kg während einer Minute in der Lattenmitte, aufgebracht über ein 3 m langes Seil; 320 kg für ein Basketballbrett. Eine bleibende Verformung von höchstens 10 mm kann akzeptiert werden und muss ins Register eingetragen werden.

Nur stehen sie nicht mehr im Gesetz. Eine Volltextsuche im konsolidierten Code du sport (Ausgabe vom 14. Juli 2026, 41'967 extrahierte Zeilen) nach 180 kg, 110 kg und 320 kg ergibt null Treffer. An ihre Stelle tritt Artikel R. 322-22: Als sicherheitskonform gelten Geräte, die nach «les normes de sécurité les concernant, dont les références sont publiées au Journal officiel» gefertigt sind — nach den Sicherheitsnormen, deren Fundstellen im Amtsblatt publiziert werden. Die Konformität läuft also neu über die Normen (NF EN 748, NF EN 16579, NF EN 16664, NF S52-409, NF EN 1270), die hinter der AFNOR-Bezahlschranke liegen. Die ehrliche Folge: Kein Kilogrammwert darf heute als geltende gesetzliche Anforderung präsentiert werden. Kontrollstellen wenden die Lasten von 1996 in der Praxis weiter an; das ist Inspektionspraxis, nicht geltendes Recht.

Der geltende Text ist weniger zahlenlastig als jener von 1996, aber handlungsnäher, weil er einen Pflichtträger benennt, der ein Verein sein kann:

ArtikelPflicht
R. 322-19Geltungsbereich: Fussball-, Handball- und Hockeytore sowie Basketballkörbe, im Freien wie in der Halle, für Sport oder Spiel. Ausgenommen sind «les buts légers dont le poids total est inférieur à 10 kg» — Leichttore unter 10 kg. Eine objektive Massenschwelle hat das subjektive Kriterium von 1996 («an die Fähigkeiten kleiner Kinder angepasste Geräte») ersetzt. Ermächtigungsgrundlage ist Artikel L. 422-2 des Konsumgesetzbuches: Es ist Konsumentenrecht, nicht Sportrecht.
R. 322-21Nicht mobile Tore: eine Installationsvorrichtung, die eine dauerhafte Verankerung sicherstellt. Mobile Tore: eine Befestigungs- oder Gegengewichtsvorrichtung, die «permanent et solidaire de la structure» ist — dauerhaft und fest mit der Struktur verbunden — und unter vernünftigerweise vorhersehbaren Nutzungsbedingungen «la chute, le renversement ou le basculement» verhindert sowie dem Hängen und Schwingen an der Latte ohne Verformung oder Bruch standhält.
R. 322-23Gebrauchsanleitung; sichtbarer, lesbarer und unauslöschlicher Warnhinweis; Name und Adresse des ersten Inverkehrbringers; Jahr und Monat der Herstellung.
R. 322-25 ⚠️«Les exploitants ou les gestionnaires» — die Betreiber oder Verwalter — müssen die Geräte regelmässig unterhalten, sie bei der Erstinstallation kontrollieren, einen Prüf- und Unterhaltsplan mit Angabe der Periodizität führen und ein Register führen, das für jeden Standort Datum und Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen und Kontrollen enthält — beides den Kontrollorganen zur Verfügung zu halten. Und: «Après utilisation, les buts non fixés de manière permanente sont rendus inutilisables par le public» — nach der Nutzung sind nicht dauerhaft verankerte Tore für die Öffentlichkeit unbrauchbar zu machen. Nicht konforme Geräte sind sofort unzugänglich zu machen.
R. 322-25-1Schwere Unfälle im Zusammenhang mit dem Gerät sind unverzüglich dem Präfekten des Departements zu melden. Ein schwerer Unfall ist «un accident mortel ou un accident ayant provoqué des lésions corporelles» — tödlich oder mit Körperverletzungen.
R. 322-26Übertretungen der fünften Klasse — unter anderem das Nichtvorlegen des Prüf- und Unterhaltsplans und des Registers gegenüber den Kontrollorganen sowie das Unterlassen der Meldung eines schweren Unfalls. Das Register nicht zu führen ist selbst der Tatbestand.
Die Änderung, die einen Amateurverein in den Geltungsbereich holt. Der Text von 1996 legte all diese Pflichten dem «leur propriétaire» auf — dem Eigentümer. Der Text von 2016 legt sie «les exploitants ou les gestionnaires» auf. Unter der alten Formulierung trug sie eine Gemeinde als Eigentümerin der Anlage. Unter R. 322-25 ist ein Verein, der Tore auf einem kommunalen Platz betreibt, direkt betroffen — Prüfplan, Register pro Standort, mobile Tore nach der Nutzung unbrauchbar gemacht.

Recherchierte Quellen, keine Rechtsberatung. Dieser Abschnitt gibt den Text publizierter Erlasse wieder (konsolidierter Code du sport, Ausgabe vom 14. Juli 2026) und sagt, was gelesen wurde und was nicht. Er ist kein Rechtsgutachten: Für einen konkreten Fall bleiben Liga, District oder eine qualifizierte Juristin die richtige Anlaufstelle.

Auf der Schweizer Seite ist die Lücke real, und wir sagen es. Es liess sich keine Weisung des SFV/ASF zur Verankerung mobiler Tore auffinden. Die Richtlinien für die Erstellung und den Unterhalt von Fussballanlagen der Sportplatzkommission des SFV (Ausgabe 2024, in Kraft seit 1. Juli 2024) liegen vor und decken Platzklassen, Masse und Beleuchtung ab — die Torverankerung war darin aber nicht auffindbar.

Kunstrasen und die Frist 2031

Regel 1 lässt einen Belag zu, der vollständig natürlich, vollständig künstlich (sofern das Wettbewerbsreglement es erlaubt) oder hybrid (sofern zugelassen) ist. Zwei Anforderungen fallen auf: Kunstbeläge müssen grün sein; und für Spiele zwischen Nationalmannschaften oder in internationalen Klubwettbewerben müssen sie das FIFA Quality Programme for Football Turf erfüllen, sofern die IFAB keine Ausnahme erteilt.

Die von der FIFA publizierten Schwellen der Feldprüfung vor Ort (Prüfhandbuch Ausgabe 2024, Version April 2026):

EigenschaftFIFA Quality ProFIFA Quality
Vertikaler Ballrücksprung0,60 – 0,85 m0,60 – 1,00 m
Ballrollverhalten, Erstprüfung4,0 – 8,0 m4,0 – 10,0 m
Ballrollverhalten, Nachprüfungen4,0 – 8,0 m4,0 – 12,0 m nach simulierter Abnutzung
Stossabsorption im Spitzenwert60 – 70 %60 – 75 %
Verformung im Spitzenwert≤ 15 mm≤ 16 mm
Drehmoment im Spitzenwert30 – 45 N·m25 – 50 N·m
Oberflächenebenheit< 10 mm< 10 mm

Gültigkeit und keine Rückstufung. Eine bestandene Nachprüfung verlängert die Zertifizierung um ein Jahr bei FIFA Quality Pro und um drei Jahre bei FIFA Quality. Ein Feld, das die Pro-Nachprüfung nicht besteht, kann nicht auf Quality zurückgestuft werden: «It is not possible for a field to be recertified for FIFA Quality certification» — nur eine neue Erstprüfung kann ein Quality-Zertifikat erzeugen. Die Anforderungen der Erstprüfung gelten für Felder, die vor weniger als drei Jahren eingebaut wurden, danach jene der Nachprüfung.

Ein Detail, an dem Gemeinden scheitern. Zur Zertifizierung gehört ein Audit des vor Ort vorhandenen Unterhaltsmaterials: «a tractor unit, a drag brush and/or a drag mat, additional infill to top up the field, a maintenance log and a ball-roll ramp». Fehlen diese Positionen, gilt «the field has failed to obtain certification». Weitere nützliche Regeln: ein Produkt pro Feld, keine Muster aus zwei Fasernfarben, offene Nähte über 3 mm als Sichtmangel, und Systeme mit wenig Einstreu (unter 20 kg/m²) müssen vor Ort gegen Verschieben des Teppichs gesichert werden.

Diese Schwellen sind keine Vereins-Selbstkontrolle. Die FIFA publiziert sie als Labor- oder Fachtechniker-Protokoll, nicht als Raster, das ein Platzwart selbst anwendet. Sie zu kennen hilft zu verstehen, was eine Kontrolle misst; sie als Samstagmorgen-Checkliste auszugeben wäre falsch.

Die Frist vom 17. Oktober 2031

Die Verordnung (EU) 2023/2055 der Kommission vom 25. September 2023 ändert Anhang XVII von REACH betreffend synthetische Polymermikropartikel. Sie trat am 17. Oktober 2023 in Kraft. Ihre für den Fussball schwerste Bestimmung steht in Eintrag 78, Absatz 6, Buchstabe (j): Verbot des Inverkehrbringens «from 17 October 2031 for granular infill for use on synthetic sports surfaces». Erwägungsgrund 53 erklärt die achtjährige Übergangsfrist: damit eine grössere Zahl bestehender Kunstbeläge ihr Lebensende erreicht. Erwägungsgrund 30 hält fest, dass der Ausschuss für Risikobeurteilung ein klares Verbot einer an Risikomanagementmassnahmen geknüpften Ausnahme vorzog, da Einstreugranulat «the largest source of environmental emissions of intentionally-present synthetic polymer microparticles at European level» sei.

Was die Verordnung tutWas sie nicht tut
Sie verbietet das Inverkehrbringen von Einstreugranulat ab dem 17. Oktober 2031.Sie verbietet nicht, nach diesem Datum auf einem bestehenden Gummigranulatfeld zu spielen oder es zu unterhalten.
Sie macht damit den Zukauf von Nachfüllgranulat unmöglich.Sie setzt kein Rückbaudatum für bereits eingebaute Felder.

Genau dort liegt der praktische Biss: Nachfüllen von Granulat ist eine jährliche Routineposition im Unterhalt, und Nachfüllgranulat steht auf der FIFA-Liste des obligatorischen Materials vor Ort. Ein Sanierungsprojekt für 2029 bis 2031 spezifiziert deshalb besser ein nicht betroffenes Füllmaterial — Sand, Kork oder ein anderes organisches Material — oder ein System ohne Einstreu.

Frankreich und Belgien ja, Schweiz: nichts gefunden. Die Schweiz ist kein EU-Mitglied, die Verordnung gilt hier nicht direkt. Die BAFU-Seite zur ChemRRV / ORRChim beschreibt die allgemeine Funktion der Verordnung, behandelt aber das Thema Mikroplastik-Einstreu nicht, und es liess sich kein Schweizer Umsetzungsdatum finden. Das ist fehlende Evidenz, nicht Evidenz des Fehlens: Der Countdown auf 2031 gehört als jurisdiktionsabhängige Regel behandelt, nicht als weltweite. ⚠️ Falle beim Nachprüfen: Das Datum «17. Oktober 2031» steht auch in Erwägungsgrund 52, dort aber zur Kennzeichnung von Kosmetika — eine ganz andere Bestimmung.

Futsal, Beachsoccer, Para-Fussball: eigene Regelwerke

Ein Governance-Punkt, den viele Vereine übersehen: Die IFAB publiziert nur die Regeln des Elferfussballs. Futsal und Beachsoccer haben eigene Spielregeln, publiziert von der FIFA, mit eigenen Inkraftsetzungsdaten.

RegelwerkAutoritätGeltendes DokumentSeit
ElferfussballIFABLaws of the Game 2026/271. Juli 2026
FutsalFIFA — bewilligt durch das Büro des FIFA-RatsFutsal Laws of the Game 2025/265. September 2025
BeachsoccerFIFA — bewilligt durch den FIFA-RatBeach Soccer Laws of the Game 2025-2617. Dezember 2025
Gehfussball (Frankreich)FFF — FreizeitformLois du Jeu Foot en Marchant, Version April 2026
Minivoetbal (Belgien)URBSFA — Livre M / Boek M❌ nicht abrufbar (HTTP 403)

Futsal, die Abweichungen, die zählen. Spielfeld 25 bis 42 m × 16 bis 25 m (international 38 bis 42 × 20 bis 25), Linien 8 cm breit, Tore 3 × 2 m. Ball: 62 bis 64 cm, 400 bis 440 g, 0,6 bis 0,9 Atmosphären, dazu eine für dieses Regelwerk eigene Sprungprüfung — beim ersten Aufprall aus 2 m Fallhöhe darf der Ball nicht tiefer als 50 cm und nicht höher als 65 cm zurückspringen. Fünf Spieler inklusive Torhüter; unter drei kann nicht begonnen oder fortgesetzt werden. Unbegrenzte fliegende Wechsel, höchstens 9 Auswechselspieler in offiziellen Wettbewerben. Zwei gleich lange Perioden von 20 Minuten effektiver Spielzeit mit angehaltener Uhr. Ein Timeout von einer Minute pro Mannschaft und Periode, nicht übertragbar. Kumulierte Fouls: ab dem sechsten in einer Periode ein direkter Freistoss vom 10-m-Punkt (oder vom Tatort, wenn dieser näher am Tor liegt, nach Wahl des Schützen), ohne Mauer, und der Schütze muss auf das Tor schiessen. Vier Sekunden für Einkick, Freistoss und Torabwurf. Der Torhüter darf den Ball in der eigenen Hälfte nicht länger als vier Sekunden kontrollieren. Und der fliegende Torhüter ist ausdrücklich vorgesehen. Neu 2025-26: Kunstrasen ist nur ausnahmsweise und nur für nationale Wettbewerbe zugelassen.

Beachsoccer. Spielfeld 35 bis 37 m × 26 bis 28 m, gemessen ab der Aussenkante der gedachten Linien. Ball: Umfang 68 bis 70 cm, Gewicht 400 bis 440 g, Druck 0,4 bis 0,6 Atmosphären. Fünf Spieler inklusive Torhüter, mindestens drei für Beginn und Fortsetzung, wobei die FIFA die Mindestzahl inklusive Auswechselspieler den nationalen Verbänden überlässt. Unbegrenzte Wechsel. Und eine Dauer ohne Entsprechung anderswo: drei gleich lange Perioden von 12 Minuten effektiver Spielzeit. In Frankreich sind Schuhe verboten (Neoprensocken sind im Training zulässig); die National Beach Soccer ist seit 2019 ein offizieller FFF-Wettbewerb, mit einer im selben Jahr lancierten Frauenmeisterschaft.

Para-Fussball ist nicht ein Regelwerk, sondern mehrere. Jede Disziplin hat ihren internationalen Verband, und der Stand der öffentlichen Dokumentation ist sehr ungleich — wir sagen es, statt die Lücken zu füllen.

DisziplinVerbandWas publiziert ist
Powerchair-FussballFIPFALaws of the Game 2025, bewilligt im April 20254 gegen 4 inklusive Torhüter; unter zwei Spielern keine Fortsetzung. Feld 28 × 15 m (ein normales Basketballfeld), max. 30 × 18, min. 25 × 14. Belag hart, glatt, eben. Tore 6 m zwischen den Markierungen, Torraum 8 × 5 m, Strafstosspunkt bei 3,5 m. Zwei gleich lange Perioden von 20 Minuten. Und eine harte Materialgrenze: «The maximum speed allowable during the match for powerchairs is 10 kph (6.2 mph), forward and reverse», mindestens vier Räder, Scooter verboten, Beckengurt obligatorisch. Charakteristische Vergehen: «2 on 1» und «3 in the goal area».
CP-Fussball (7er)IFCPFSieben Spieler. Startklassen FT1 (stärkste Beeinträchtigung), FT2, FT3. Zugelassene Beeinträchtigungen: Hypertonie, Ataxie, Athetose. Zusammensetzung: jederzeit mindestens ein FT1 auf dem Feld, höchstens ein FT3 gleichzeitig. Das IFCPF-Reglement ist formell eine Modifikation der IFAB-Regeln, kein eigenes Regelwerk. ⚠️ Spielfeld, Tore, Dauer, Abseits und Einrollen sind nicht verifiziert — die Reglemente 2025 liessen sich nicht öffnen.
Blindenfussball (B1)IBSA5 gegen 5: vier Feldspieler mit lichtdichter Augenmaske, dazu ein sehender oder sehbehinderter Torhüter. Spielfeld 40 × 20 m, umgeben von Banden, die den Ball im Spiel halten. Der Ball ist hohl und enthält einen Rasselkörper. Zwei gleich lange Perioden von 20 Minuten, Pause höchstens 10 Minuten. Spieler müssen beim Gang zum Ball «voy» rufen; ein Guide hinter dem gegnerischen Tor gibt die Schussreferenz, und das Stadion bleibt bis zum Tor still. ⚠️ Diese Angaben stammen von der Seite des IPC; das eigene IBSA-Reglement liess sich nicht abrufen, und weder Tormasse noch Ballspezifikation sind angegeben.
Geistige BeeinträchtigungVirtusZwei Formen: 11 gegen 11 im Freien und Futsal. «All competitions are conducted in accordance with FIFA rules… Adaptations may be applied where necessary.» Virtus führt die Startberechtigung zentral.
AmputiertenfussballWAFFSpielregeln nicht abrufbar. Spielerzahl, Regeln zu den Krücken, Feld- und Tormasse, Dauer und Klassifizierung sind nicht verifiziert. Wir erfinden nichts.
GehörlosenfussballICSD / EDSO in EuropaNicht abrufbar. Die Startberechtigungsschwelle in Dezibel, die Regel zu Hörgeräten und Cochlea-Implantaten während des Spiels und die visuelle Signalisierung sind nicht verifiziert.

Zwei französische Freizeitformen sind mit ihren Parametern publiziert. Gehfussball (Foot en marchant): 5 gegen 5 oder 6 gegen 6, Feld 18 bis 30 m breit und 30 bis 40 m lang, Futsalball oder Grösse 5 empfohlen, Schienbeinschoner obligatorisch, Laufverbot und kein Ball über 1,80 m, Tacklings und Kontakt strikt verboten, kein Abseits, alle Freistösse indirekt, Gegner mindestens 4 m entfernt, Torhüter auf den Strafraum beschränkt. Foot5: 5 gegen 5 auf einem reduzierten Kunstrasen von 30 bis 35 m × 18 bis 20 m, umgeben von festen Banden, an denen der Ball abprallt, Ball Grösse 5, flache oder stabilisierte Sohlen, Nockenschuhe verboten — und Tore von 4 × 2 m gegenüber 3 × 2 m im Futsal.

Häufige Fragen

Welche Ausgabe der Spielregeln gehört diese Saison in meine Vereinsdokumente?
Die IFAB-Spielregeln 2026/27, «Effective from 1st July 2026». Die Ausgaben laufen vom 1. Juli bis zum 30. Juni, und Seite 4 des Buches bestätigt es für diese. Ein Dokument, das 2025/26 zitiert, hinkt eine Ausgabe hinterher — und ist mindestens beim Schmuckverbot falsch, das 2026/27 gestrichen wurde.
Ist das heruntergeladene Regel-PDF verlässlich?
Fast. Die single-pages-Datei 2026/27 ist ein Build vom 11. Mai 2026 und liegt damit vor dem zweiten Änderungspaket vom 28. April 2026. Vier Bestimmungen fehlen: der Feldverweis für die Hand vor dem Mund, der Feldverweis für das Verlassen des Feldes aus Protest, die Neuformulierung von Regel 3.1 zum Minimum von sieben Spielern und der Forfait-Grundsatz von Regel 7.5. Für diese vier zitieren Sie die Änderungsbroschüre und die Online-Regeln.
Darf ein Verband die Abseitsregel für seine Juniorenkategorien ändern?
Nein. Die Klausel «General modifications» (Seiten 20-21) führt eine abschliessende Liste: Spielfeldgrösse, Ball, Tormasse, Halbzeitdauer, Spielerzahl, Rückwechsel, Zeitstrafen, Captainbinde, Anzahl Auswechselspieler, Gehirnerschütterungswechsel und das Protokoll «Only the captain». Abseits, Handspiel, DOGSO und das Strafstossverfahren stehen nicht darauf, und die Notes on the Laws ergänzen, dass die Regeln nicht geändert werden dürfen «except with the permission of The IFAB».
Sind meine mobilen Tore konform, wenn ich die 180-kg-Prüfung vorweisen kann?
Diese Last stammt aus dem Décret n° 96-495 von 1996, aufgehoben seit dem 25. Juli 2007. Das geltende Recht — Code du sport R. 322-19 bis R. 322-26, 2016 neu geschrieben — enthält überhaupt keinen Kilogrammwert: Die Konformität wird über die Normen vermutet, deren Fundstellen im Amtsblatt publiziert sind. Eine Kontrolle verlangt den Prüf- und Unterhaltsplan, das Register pro Standort, bei mobilen Toren eine dauerhaft mit der Struktur verbundene Befestigungs- oder Gegengewichtsvorrichtung, und den Nachweis, dass nicht verankerte Tore nach der Nutzung unbrauchbar gemacht werden. Plan und Register nicht vorzulegen ist selbst eine Übertretung der fünften Klasse.
Wird mein Kunstrasen 2031 illegal?
Nein. Die Verordnung (EU) 2023/2055 verbietet ab dem 17. Oktober 2031 das Inverkehrbringen von Einstreugranulat, nicht das Spielen darauf. Unmöglich wird der Zukauf von Nachfüllgranulat — eine jährliche Unterhaltsposition und obligatorisches Material der FIFA-Feldprüfung. In der Schweiz wurde keine entsprechende Umsetzung gefunden: Die Regel hängt von der Jurisdiktion ab.
Ist ein Ball ohne FIFA-Gütezeichen in der Amateurmeisterschaft verboten?
Nein, ausser der Wettbewerb verlangt es. Regel 2 verlangt ein Gütezeichen des FIFA Quality Programme in FIFA- und Konföderationswettbewerben; für eigene Wettbewerbe kann ein nationaler Verband es verlangen, muss aber nicht. Umgekehrt kann ein Ball der Grösse 3 für U6 bis U9 gar kein FIFA-Zeichen tragen: Das Programm zertifiziert im Feldfussball nur die Grössen 5 und 4.
Spielfeldmasse, Tormasse, Bälle und Mannschaftsstärken nach Alterskategorie in der Schweiz, in Frankreich und in Belgien stehen unter Altersklassen und Spielformen; die Acht-Sekunden-Regel und ihr Eckstoss unter Torhüter.

Quellen

Spielregeln. IFAB, Laws of the Game 2026/27 (PDF single pages, 260 S., Build vom 11. Mai 2026), «Effective from 1st July 2026» — Regeln 1, 2, 3, 4, 5, 7, 10, 11, 12, 14, 15, 16, 17, Abschnitt Notes and modifications → General modifications S. 20-21, Notes on the Laws of the Game — Applying the Laws S. 17, Guidelines for temporary dismissals, 'Only the captain' guidelines und Protokoll der Gehirnerschütterungswechsel · IFAB, Law changes 2026/27, «Updated in July 2026», 31 S. — darin «Additional changes approved on 28 April 2026», S. 27-30 · IFAB, Law changes 2025/26 (April 2025) · Online-Regeln, theifab.com/laws/latest/… (Unterpfade pro Regel) · IFAB-Medienmitteilung zur 140. Jahreshauptversammlung, 28. Februar 2026, Hensol (Wales).
FIFA. FIFA Quality Programme for Footballs — Test Manual, Ausgabe 2026, Version März 2026 (sowie Ausgabe Februar 2018, nur zur Datierung der verschärften Toleranzen) · FIFA Quality Programme for Football Turf — Test Manual II: Test Requirements, Ausgabe 2024, Version April 2026 · FIFA Quality Programme for Football Goals — How to become a FIFA Accredited Test Institute, v1.1, 15. Dezember 2020 · Futsal Laws of the Game 2025/26 und das zugehörige Summary of changes · Beach Soccer Laws of the Game 2025-26.
Normen und Recht. BS EN 748:2013+A1:2018, Playing field equipment — Football goals ⚠️ nur Geltungsbereichs-Abstract — Norm kostenpflichtig, Lastwerte nicht gelesen; EN 16579 und EN 16664 nur durch Verweis · Verordnung (EU) 2023/2055 der Kommission vom 25. September 2023, REACH-Anhang XVII Eintrag 78 Abs. 6 Bst. (j) sowie Erwägungsgründe 30, 52 und 53 · Code du sport, Verordnungsteil, Art. R. 322-19 bis R. 322-26 (Décret n° 2016-481 vom 18. April 2016), konsolidierte Ausgabe vom 14. Juli 2026 · Décret n° 96-495 vom 4. Juni 1996, aufgehoben am 25. Juli 2007 durch Décret n° 2007-1133; das historische Prüfregime in der Wiedergabe des französischen Bildungsministeriums unter «décret n° 96-495 et note de la DGCCRF du 23 décembre 1996» · BAFU, Seite zur ChemRRV / ORRChim.
Verbände und Disziplinen. FFF, Le foot pour les enfants, Football à 8 et à 5, Le Foot5, Le Beach Soccer, Le foot en marchant, Les pratiques loisirs; Lois du jeu Foot à 8 der Districts Haute-Loire und 65; Règlement des Terrains et Installations Sportives 2021 ⚠️ einmalige automatisierte Lesung · SFV/ASF, Sportplatzkommission, Richtlinien für die Erstellung und den Unterhalt von Fussballanlagen, Ausgabe 2024 · URBSFA, Index des Verbandsreglements (Livre M existiert, Inhalt nicht abrufbar) · FIPFA, Laws of the Game 2025 · IFCPF, Klassifizierungsseite · IPC, Seite Blindenfussball · Virtus, Seite Fussball.
Inhalt geprüft im August 2026. Die Spielregeln wechseln jeden 1. Juli: jede Saison neu prüfen.

Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026 ID : help.football.regeln-und-ausruestung