Die einzige publizierte Vorlage
Das Anfängerprogramm GO/FENCE von British Fencing umfasst 10 Einheiten zu 50 Minuten, und seine interne Aufteilung ist gedruckt:
- Aufwärmen — 5 Min. Allgemeine Motorik, ohne Waffe.
- Spiel oder Reaktionsübung — 10 Min. Also 20 % der Anfängereinheit: das klarste Bekenntnis eines Verbandes zum spielerischen Lernen.
- Beinarbeit — 5 Min.
- Wiederholung — 5 Min. Aufgreifen des Themas der vorangegangenen Einheit.
- Neue Themen und freies Gefecht — 25 Min. Jede Einheit endet mit freiem Gefecht und einem formellen gemeinsamen Gruss.
Die Progression der zehn Einheiten ist dagegen öffentlich und gibt die Einführungsreihenfolge vor: zuerst Fechtstellung, Schritt vorwärts, Schritt rückwärts und gerader Stoss; dann der Ausfall; dann die Paraden Quart und Sixt mit Riposte; dann Balestra und Gegenriposten; dann die Flèche; dann die Halbkreis- und Kreisparaden; dann der zusammengesetzte Angriff über die Eins-Zwei und das Werten; schliesslich Trefferstand, Uhr, Poulen-Blätter und ein Mini-Turnier.
Die Schweizer Einheiten, minutiert
Das J+S-Trainingshandbuch publiziert Dauer und Aufteilung pro Altersband. Es ist die einzige Quelle, die beides liefert.
- 5-10 Jahre, rund 1 h 30: 20 Min Einwärmen und Kondition · 10 Min Beinarbeit · 20 Min Einzel- oder Gruppenlektion · 10 Min geleitete Gefechte · 30 Min Freifechten. Diese Bänder sind ausdrücklich als «geleitetes Training durch Assistenztrainer» markiert.
- U12, rund 2 h: 30 Min Einzel- oder Gruppenlektion · 30 Min geleitete Gefechte · 30 Min Freifechten.
- U17, rund 2 h 30: 30 Min Einwärmen und Kondition · 30 Min Einzellektion · 1 h Freifechten.
J+S schreibt zudem Einheiten von 60 bis 90 Minuten und eine Leiterin oder einen Leiter pro 16 Teilnehmende vor. Keine Einheit enthält Kraftarbeit mit Last bei den 5-10-Jährigen: der physische Inhalt besteht dort vollständig aus Laufspielen, Werfen-Fangen, Sprüngen, Seilspringen, Koordination mit Ball und fechterischer Beinarbeit.
Das Aufwärmen nach der FFE
Das Recueil pédagogique Animateur-Éducateur der FFE enthält keine benannten Übungen — es publiziert Prinzipien, und man muss es dafür nehmen, was es ist. Zwei Regeln bestimmen das Aufwärmen:
- Abwechslung: «es ist zwingend, Übungen, die das Herz-Kreislauf-System beanspruchen (Läufe, Mehrfachsprünge…), mit solchen abzuwechseln, die die verschiedenen Muskelgruppen und Segmentketten mobilisieren».
- Progressivität, mit einem bezifferten Ziel: hält sich die Herzfrequenz im Mittel zwischen 150 und 160 Schlägen pro Minute (Minimum 140, Maximum 180), ist das Hauptziel des Aufwärmens erreicht.
- Weitere Vorgaben: an Alter und Kondition anpassen, vom Allgemeinen zum Spezifischen gehen, alle Muskelgruppen und alle Gelenke mobilisieren, dynamisch bleiben, trinken lassen, die Formen variieren — und «die Spielformen den Spielen vorziehen». Das vorgeschriebene Kleinmaterial: Markierhütchen, Latten, Springseile, Tennisbälle, Tischtennisbälle, Reifen. Das Dehnen bleibt dem Ermessen der Lehrperson überlassen.
Ein übergreifendes Prinzip, diesmal aus der Literatur der Fechtmeister und nicht von der FFE: das Aufwärmen gewinnt, wenn es das Tagesthema spiegelt — etwa ein Parade-Riposte-Aufwärmen zum Kopf vor einer defensiven Säbeleinheit.
Die Beinarbeitseinheit
Die FFE macht sie ausdrücklich zu ihrem Träger der physischen Qualitäten: die Beinarbeitseinheit entwickelt «Koordination, Gleichgewicht, Schnelligkeit, Rhythmuswechsel, Explosivität, Beweglichkeit» und zugleich «Entscheidungsfindung, Konzentration, Beobachtung, Distanzmanagement». Vier Inhaltsfamilien: allgemeine Übungen, spezifische Übungen und Abfolgen, kombinierte Arm-Bein-Übungen, Opposition ohne Waffe. Alle lassen sich mit offenen oder geschlossenen Augen ausführen, unter Wechsel der Lateralität der Schülerinnen und Schüler, in Opposition oder in Kooperation, in Spielformen.
Zwei Gestaltungsprinzipien aus der Literatur der Fechtmeister sind es wert, behalten zu werden: die von der Lehrperson geführten zufälligen Bewegungen durch benannte, von der Schülerin oder dem Schüler ausgelöste Muster ersetzen (einfacher Schritt vorwärts; vorwärts-rückwärts; vorwärts-vorwärts-rückwärts) — und in einem Muster nie über zwei bis drei Schritte hinausgehen: darüber verliert die Kette ihren Nutzen.
Die vier Gefechtstypen
Die FFE publiziert eine Taxonomie konditionierter Gefechte, die sich direkt als Einheitsraster verwenden lässt:
- Themengefechte — nur bestimmte Verhaltensweisen zählen als Treffer.
- Gerichtete oder Anwendungsgefechte — die Lehrperson steuert die Situation.
- Freie Gefechte, zum Aufwärmen.
- Wettkampfgefechte.
Dasselbe Recueil formalisiert die Organisationsformen: Arbeit allein, zu zweit, gegenüber der Lehrperson (die Beinarbeitslinien), an Posten, in Teams; sowie die Unterscheidung zwischen Arbeit in Kooperation (zwei Partner) und Arbeit in Opposition (zwei Gegner). Die Themen selbst bleiben in der Hand des Fechtmeisters: der Verband publiziert die Kategorien, nicht die Inhalte.
Gruppengrössen, Fechtbahnen, Sicherheit
- Höchstens zwölf gleichzeitig fechtende Kinder pro Leiterin oder Leiter, weniger bei jungen Kindern; darüber muss die Gruppe in Ablösungen geteilt werden — für Beinarbeit und Spiele ohne Waffe bleibt eine grössere Gruppe möglich (British Fencing, Safety Guidelines).
- Abstände zwischen Fechtbahnen: mindestens 1 m auf der Seite des Meldeapparats, mindestens 2,50 m auf der Seite des Kampfrichters (oder der Kampfrichter trägt einen Schutz); Zuschauer und Schreiber mindestens 1,25 m vom Rand; 2 m zwischen zwei aneinanderstossenden Endlinien; hinterer Auslauf «so nah wie möglich an 1,50 m».
- Anderswo publizierte Betreuungsverhältnisse: ein J+S-Leiter pro 16 in der Schweiz; eine zertifizierte Betreuungsperson pro 8 bis 10 in der Etappe «Active Start» in Kanada und eine pro 5 in der Etappe «FUNdamentals».
- Frankreich: «jede Ausübung des Fechtens in Shorts ist untersagt», und ein Register des Gemeinschaftsmaterials ist zwingend (Kauf- und Umlaufdaten, Zustand, Fotos der Zertifizierungsetiketten).
Drei Klub-Vorlagen
Diese drei Vorlagen sind unsere eigenen, zusammengesetzt aus den britischen Proportionen, dem FFE-Vokabular und belegten Blöcken. Es sind keine Verbandsprogramme.
- Anfänger, 60 Min. 6 Min Motorik ohne Waffe · 10 Min Reaktionsspiel · 8 Min Beinarbeitslinie gegenüber der Lehrperson · 6 Min Wiederholung zu zweit in Kooperation · 12 Min neues Technikthema · 14 Min Themengefecht (ein einziges Thema) · 4 Min Gruss und Bilanz.
- Fortgeschrittene, 90 Min. 10 Min Aufwärmen, das das Thema spiegelt · 12 Min Beinarbeitsmuster · 15 Min Distanzarbeit zu zweit · 15 Min Klingenarbeit zu zweit · 15 Min rotierende Einzellektionen, während die anderen üben · 18 Min gerichtete, dann Themengefechte · 5 Min Ausklang und mündliche Bilanz.
- Vorabend des Wettkampfs, 45 Min. 10 Min allgemeines Aufwärmen · 8 Min Beinarbeit, Rhythmus und Richtungswechsel · 20 Min individuelle Aufwärmlektionen von 5 bis 10 Minuten pro Fechterin oder Fechter · 7 Min Aufwärmgefechte.
Quellen
British Fencing, Club & Coach Guide: Working in and with Schools (GO/FENCE-Programm in 10 Einheiten) und Standards and Guidelines for Safety in Fencing · FFE, Recueil pédagogique Animateur-Éducateur, September 2024 (Aufwärmen, Beinarbeitseinheit, Gefechtstypen, Organisationsformen) · FFE, Règles Techniques et de Sécurité · J+S / BASPO, Trainingshandbuch Fechten und technische Merkblätter · Canadian Fencing Federation LTAD · Gestaltungsprinzipien der Beinarbeitsmuster und des thematischen Aufwärmens nach A Coaches Compendium (Allen L. Evans). Die «Klub-Vorlagen» des letzten Abschnitts sind redaktionell. Inhalt geprüft im Juli 2026.
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