Fechttraining
Die Paak-Wissensbasis für Fechtmeister — von der Entdeckung bis zum Wettkampffechter. Wählen Sie Waffe und Alterskategorie: Schwerpunkte, Übungen und Einheiten passen sich an.
Jede Übung, jeder Einheitsrahmen und jede Regel trägt ihre Quelle. Wir unterscheiden drei Ebenen: Verbandstext, begutachtete Forschung, Trainingsliteratur — und wir sagen auch, was niemand publiziert. Verifiziert · Juli 2026
Diese vier Bänder sind die von Paak. Kein Verband verwendet dieses Raster — sieben Verbände verwenden sieben, untereinander inkompatibel. Die sieben Raster ansehen
Vorrangig trainieren
- Fechten spielerisch entdecken — das J+S-Handbuch enthält in diesem Alter keinerlei Krafttraining mit Lasten
- 2 bis 4 Stunden pro Woche, Einheiten von etwa 1 h 30 (J+S-Handbuch Fechten, 5–10 Jahre)
- Gruss, Händedruck, Halt beim Treffer: die Werte vor dem Vokabular
- Allgemeine Motorik: Laufen, Springen, Werfen und Fangen, Seilspringen, Koordination mit dem Ball
In diesem Alter vermeiden
- Aktionen benennen und die Theorie des Treffervorrechts lehren
- Krafttraining mit Lasten
- Eine Waffe wählen — kein Verband publiziert eine Regel zur Anfangswaffe
- Wettkampf mit Einsatz: in Frankreich ist er erst ab M9 erlaubt
Vorrangig trainieren
- 4 bis 7 Stunden pro Woche mit 11–12 Jahren, 7 bis 11 Stunden mit 13–14 (J+S-Handbuch Fechten)
- Die polysportive Trainingskultur ernst nehmen — das J+S-Handbuch schreibt es für 11–12 Jahre schwarz auf weiss
- Einfacher Angriff, Parade-Riposte, verkettete Angriffs- und Verteidigungsfolgen, dann beginnen, die Aktionen zu benennen
- Gerader Griff obligatorisch bis M13; Daumen und Zeigefinger bis M11 in ständigem Kontakt mit dem Polster (FFE)
In diesem Alter vermeiden
- Die zweite Absicht und das Contre-temps
- Den Gegenangriff zur Hauptwaffe machen: er gewinnt gegen Kinder und wird später im Contre-temps bestraft
- Das Überholen des vorderen Fusses durch den hinteren — in den Jugendkategorien verboten (FFE)
- Die Hantel laden, bevor die Kniebeugetechnik sauber ist (Position des DFB, ohne Altersangabe)
Vorrangig trainieren
- 11 bis 15 Stunden pro Woche mit 15–17 Jahren, Einheiten von etwa 2 h 30 (J+S-Handbuch Fechten)
- Zweite Absicht, Contre-temps, die Distanz ziehen
- Das vollständige taktische Rad der eigenen Waffe, dann der Matchplan pro Gegner
- Lernen, die Prioritätsminute und die Nicht-Kampfbereitschaft zu managen — das Regime der P-Karten ändert sich am 1. September 2026
In diesem Alter vermeiden
- Die athletische Belastung allein am kalendarischen Alter steuern: die biologische Reife zählt (DFB)
- Die Asymmetrie der Auslage sich festsetzen lassen, ohne die nicht dominante Seite zu trainieren
- Das Blockieren der Prioritätsminute, die Verletzungskomödie oder das Ausnutzen der P-Karten-Asymmetrie lehren: bei den Senioren legal, hier fehl am Platz — der Fechter hat noch kein Spiel zu schützen
Vorrangig trainieren
- Vollständiges taktisches Rad, Gegner-Scouting, einstudierte Matchenden (4-4 in der Poule, 14-14, die Prioritätsminute)
- Explosive Vorbereitung: Kraft und Schnellkraft in der Saison von Einheit zu Einheit im Wechsel
- Auch in der umgekehrten Auslage arbeiten, um die Dysbalancen zwischen den Beinen zu begrenzen
- Rund eines von vier Degen-Direktausscheidungsgefechten der Elite wird im Sudden Death entschieden: das wird im Training wiederholt
In diesem Alter vermeiden
- Langes, langsames Dauerlaufen: die Autoren beschreiben es als kontraproduktiv für das Fechten
- Diese Vorgaben als Verbandsdoktrin ausgeben — kein Verband publiziert ein zugängliches Seniorenprogramm
- Die Erwachsenenlasten aus blosser Nähe in die Jugendkategorien hinunterreichen
Die drei Waffen sind nicht ein Sport
Florett und Säbel haben das Treffervorrecht, der Degen nicht. Trefffläche, Art des Treffers, Sperrzeit und erlaubte Beinarbeit ändern sich mit der Waffe. Wählen Sie oben eine Waffe, um nur sie zu sehen.
| Ihre Waffe | Florett | Degen | Säbel |
|---|---|---|---|
| Treffervorrecht | Ja — t.83 bis t.89 | Nein — t.92: beide Lampen bedeuten je einen Treffer gegen beide | Ja — t.100 bis t.106 |
| Gültige Trefffläche | Nur der Rumpf, Gliedmassen und Kopf ausgeschlossen; obere Grenze am Kragen bis 6 cm über den Schlüsselbeinen; dazu der Teil des Maskenlatzes unterhalb einer horizontalen Linie 1,5–2 cm unter dem Kinn, die in keinem Fall unter die Schulterlinie fallen darf (t.77.1) | Der ganze Körper, einschliesslich Kleidung und Ausrüstung (t.91) | Alles oberhalb einer horizontalen Linie über den Hüftknochen (t.97.1): Rumpf, Kopf und Maske sowie beide Arme einschliesslich der Hände — die Hand ist über den leitenden Handschuh gültig (m.33). Beine und Füsse ausgeschlossen |
| Art des Treffers | Nur mit der Spitze (t.76.1) | Nur mit der Spitze (t.90.1) | Spitze und Schneide; auch die Flachseite und der Klingenrücken zählen (t.96). Ein Treffer mit der Glocke wird annulliert und als Vergehen der 1. Gruppe bestraft (t.96.3) |
| Sperrzeit des Melders | Sperrzeit 300 ms ± 25. Mindestkontakt 14 ms ± 1 | Weniger als 40 ms zwischen den beiden Treffern: Doppeltreffer. Mehr als 50 ms: nur ein Treffer. Die Toleranz ist das Band dazwischen — keine Sperrzeit bei 40 ms | Sperrzeit 170 ms ± 10 — gesicherter Wert, wortgleich in den Ausgaben 2021 und 2025 des Materialreglements. Konforme Melder tragen eine magentafarbene Etikette « FIE 2016 ». Der frühere Wert (oft mit 120 ms zitiert) liess sich an keinem Reglement jener Zeit verifizieren |
| Flèche und Kreuzschritte | Flèche erlaubt. Kreuzschritte vorwärts sind erlaubt, gelten aber als Vorbereitung: jeder einfache Angriff hat das Vorrecht darüber (t.84.3). Es ist die am wenigsten gelehrte Regel des Floretts | Flèche erlaubt, Kreuzschritte erlaubt und nicht bestraft | Die Flèche ist verboten, ebenso jede Vorwärtsbewegung, bei der der hintere Fuss den vorderen vollständig überholt (t.101.5): Vergehen der 1. Gruppe, der Treffer des Fehlbaren wird annulliert, der des Gegners zählt. Daher kommt die « Flunge » |
| Ungültiger Treffer | Unterbricht die Phrase und annulliert jeden folgenden Treffer (t.78) | Existiert nicht: der ganze Körper ist gültig | Unterbricht die Phrase nicht und annulliert nichts (t.98). Das ist die zentrale Asymmetrie zum Florett |
| Grundauslage | Sixt — Hand in Supination, Spitze über der Hand | Sixt, mit dem Ellbogen eingezogen in die Achse von Unterarm, Glocke und Spitze | Terz — Hand in Pronation |
| Paradensystem | Sixt / Oktav und Quart / Septim | Sixt / Oktav und Quart / Septim, mit der Sekond sehr präsent in der tiefen Linie | Ein kleineres, strukturell anderes Set: Terz, Quart, Quint (die Kopfparade), dazu die Sekond für die tiefe Aussenlinie. Säbelparaden blocken statt abzuleiten und werden so spät wie möglich genommen, um sich nicht von der Finte täuschen zu lassen |
| Gefechtsformat | Poule: 5 Treffer in 3 Minuten. Direktausscheidung: 15 Treffer in 3 Perioden zu 3 Minuten | Ebenso. In der Poule wird bei 4-4 der Entscheidungstreffer gefochten, und Doppeltreffer zählen nicht (t.38.1b) | Ebenso, ausser dass die erste Periode der Direktausscheidung nach 3 Minuten oder bei 8 Treffern endet (t.39.1). Bei den Veteranen, deren Direktausscheidung auf 10 Treffer in 2 Perioden gefochten wird, endet diese erste Periode bei 5 Treffern (t.42) |
| Was früh zu lehren ist | Der Arm beginnt vor dem Bein, und die Vorbereitung mit gebeugtem Arm überlässt dem Gegner das Vorrecht | Das nächste Ziel vor dem tiefen Ziel — Hand, Handgelenk, Unterarm — und die « tote Zone », in der man zugleich zu nah und zu weit ist | Dass der Treffer spätestens ankommen muss, wenn der vordere Fuss aufsetzt (t.101.3.a): der Säbelangriff ist eine Aktion mit Frist |
Die Sperrzeiten, massstabsgetreu
Das ist die Variable, die am besten erklärt, warum diese drei Waffen drei verschiedene Spiele hervorbringen.
- Florett — Sperrzeit 300 ms
- Säbel — Sperrzeit 170 ms
- Degen — Doppeltreffer unter 40 ms, Einzeltreffer über 50 ms
Die Einheit des Tages
Wählen Sie einen Rahmen, Paak füllt ihn mit Übungen passend zu Alterskategorie und Waffe. Jeder Rahmen gibt an, ob er von einem Verband stammt oder ob wir ihn zusammengestellt haben.
Die Übungen
Jede Übung nennt ihre Quelle, ihre Kernpunkte, eine schwierigere und eine leichtere Variante.
Handschuh-Zuwerfen in Bewegung
Zu zweit, ein Fechthandschuh. Den Handschuh einander zuwerfen und sich dabei durch die ganze Halle bewegen: laufend, gehend, rückwärts. Ohne Waffe.
Kernpunkte: Das ist der allererste Block der allerersten Lektion: das Fechtmaterial wird zum Spielobjekt, bevor es zur einschüchternden Ausrüstung wird.
↑ Schwieriger: Das Handbuch publiziert keine; der nächste Block derselben Lektion macht aus der Idee einen Anzieh-Wettkampf auf Zeit.
↓ Leichter: Gehen statt laufen, die Distanz zwischen beiden verkürzen.
Verband Quelle: J+S-Kids Fechten, Lektion 1 (BASPO)
« Der Meister hat gesagt » — Schritt vorwärts und rückwärts
Ohne Waffe, alle Spielformen auf die Formel « der Meister hat gesagt ». Beim Schritt vorwärts bewegt sich zuerst das vordere Bein, dann kehrt das hintere Bein in die Ausgangsposition zurück; hinteres Bein senkrecht zum vorderen. Rückwärts wird die Reihenfolge umgekehrt.
Kernpunkte: Der zentrale Punkt, den das Handbuch druckt: die Armaktion von der Beinaktion trennen. Der Akzent der Lektion liegt auf der Konzentration.
↑ Schwieriger: Schritt vorwärts, Schritt rückwärts und Ausfall auf visuelle, dann akustische Signale auslösen.
↓ Leichter: Eine Anweisung aufs Mal, im Tempo der Gruppe.
Verband Quelle: J+S-Kids Fechten, Lektion 2 (BASPO)
Das Roboterspiel — den Ausfall lernen
Über das hintere Bein bis zur vollen Streckung abdrücken, um im Ausfall anzukommen. Waffenarm gestreckt, hinteres Bein gestreckt, vorderes Bein 90° gebeugt.
Kernpunkte: Das Handbuch beschreibt eine Ankunftsposition, keine Geschwindigkeit: der Ausfall wird zuerst als Form aufgebaut.
↑ Schwieriger: Den Ausfall auf ein visuelles, dann ein akustisches Signal auslösen.
↓ Leichter: Ausfall ohne Waffe, Hände auf den Hüften.
Verband Quelle: J+S-Kids Fechten, Lektion 2 (BASPO)
Den Ball in die Hand des Partners legen
Ein Tennisball für zwei. Den Ball in die Hand des anderen legen und sich dabei fechterisch bewegen: Schritt vorwärts, dann Doppelschritte.
Kernpunkte: Die Distanz regelt sich über eine Handhabungsaufgabe, ohne Klinge: das Kind korrigiert seine Distanz, ohne dass man sie ihm erklärt.
↑ Schwieriger: Doppelschritte, dann Schritt vor und zurück, bevor der Ball gelegt wird.
↓ Leichter: Ein einziger Schritt, Distanz angesagt.
Verband Quelle: J+S-Kids Fechten, Lektion 4 (BASPO)
Der Beinarbeit mit geschlossenen Augen folgen
Zu zweit, Finger in Kontakt. Einer folgt den Verschiebungen des anderen mit geschlossenen Augen. Fechterische Beinarbeit; die Füsse kreuzen sich nie.
Kernpunkte: Gedruckte Sicherheitsanweisung: wer führt, behält die Augen offen und geht nicht zu schnell.
↑ Schwieriger: Die Rollen ohne Vorwarnung wechseln, den Schritt rückwärts hinzufügen.
↓ Leichter: Augen offen, eine Hand auf der Schulter.
Verband Quelle: FFE, Fechten in der Schule — Einheit 1
Gefecht mit unterschiedlich bewerteten Treffflächen
Gefecht mit Trefferzählung nach unterschiedlichen Werten: zum Beispiel Rumpf = 1 Punkt, Bein = 2, Hand = 3, Fuss = 4.
Kernpunkte: Der gedruckte Kernpunkt: « sich vorstellen, ein bewegliches Ziel zu sein ». Diese Werte sind eine Spielkonvention — die reglementarische Trefffläche dagegen ändert sich mit der Waffe.
↑ Schwieriger: Das anvisierte Ziel ansagen, bevor man trifft.
↓ Leichter: Nur zwei Werte.
Verband Quelle: J+S-Kids Fechten, Lektion 3 (BASPO)
Der Dialog — das Gefecht mit Beobachter
Zu dritt. Zwei fechten, der Dritte beobachtet und muss sagen, wer was tut: wer greift an, wer verteidigt? Dann wird gewechselt.
Kernpunkte: Das Handbuch merkt an, dass diese Begriffe ihren Sinn im Dialog der Klingen bekommen müssen. Es ist die anspruchsvollste publizierte Entscheidungsübung in diesem Alter.
↑ Schwieriger: Der Beobachter sagt auch den Treffer an und begründet ihn.
↓ Leichter: Der Beobachter beantwortet nur eine Frage: wer hat begonnen?
Verband Quelle: J+S-Kids Fechten, Lektion 5 (BASPO)
Das Treffervorrecht — nicht in den Angriff hinein angreifen Florett · Säbel
Gefecht mit einer einzigen Regel: « ich greife nicht an, wenn mein Gegner angreift; in diesem Fall muss ich dem Angriff ausweichen, um selbst angreifen zu können ». Die Regel, wie sie den Kindern gegeben wird: wer zuerst angreift — wer den Arm streckt und den Ausfall macht — hat das Vorrecht.
Kernpunkte: Das erwartete Ergebnis, von der FFE gedruckt: man sieht weniger Angriffe « gleichzeitig ». Die begleitende Erzählung ist historisch — man schützte sich, bevor man traf, der Doppeltreffer war das schlechtestmögliche Ergebnis.
↑ Schwieriger: Als Antwort auf den gegnerischen Angriff nur die Parade-Riposte zulassen.
↓ Leichter: Pro Durchgang ein einziger designierter Angreifer.
Verband Quelle: FFE, Fechten in der Schule — Einheit 1, Situation 12
Die eigene Ausfalldistanz wahrnehmen
Der Angreifer bleibt hinter einer Linie und überquert sie nur, um seinen Ausfall zu entwickeln. Der Verteidiger stellt sich an verschiedene Stellen, um dem Angreifer zu helfen, die grösste Distanz zu finden, aus der er mit dem Ausfall noch treffen kann.
Kernpunkte: Gedrucktes erwartetes Ergebnis: es erscheinen Ausfälle mit grosser Amplitude. Der Verteidiger kalibriert den Angreifer, nicht umgekehrt.
↑ Schwieriger: Der Verteidiger bewegt sich während der Vorbereitung.
↓ Leichter: Distanzen am Boden markiert.
Verband Quelle: FFE, Fechten in der Schule — Einheit 2, Situation 5
1, 2, 3, Fechten!
Wie « 1, 2, 3, Sonne ». Mit fechterischer Beinarbeit vorrücken, wenn der Spielleiter mit dem Rücken steht, in der Auslage erstarren, wenn er sich umdreht.
Kernpunkte: Block am Ende der Einheit: Hemmung, Beschleunigung — und man endet mit einem Sieg.
↑ Schwieriger: Der Spielleiter ruft immer lauter; Siegerpose bei der Ankunft.
↓ Leichter: Verkürzte Distanz, Erstarren im Stehen statt in der Auslage.
Verband Quelle: J+S-Kids Fechten, Lektion 1 (BASPO)
Die Beinarbeitseinheit
Vorgeschriebenes Material: Hütchen, Latten, Springseile, Tennisbälle, Tischtennisbälle, Reifen. Vier Familien: allgemeine Übungen, spezifische Übungen und Verkettungen, kombinierte Arm-Bein-Übungen, Opposition ohne Waffe. Alles lässt sich mit offenen Augen, mit geschlossenen Augen, mit gewechselter Seitigkeit der Schüler, in Kooperation oder in Opposition, in Spielformen durchführen.
Kernpunkte: Das ist das offizielle Vehikel der FFE für die physischen Qualitäten: Koordination, Gleichgewicht, Schnelligkeit, Rhythmuswechsel, Explosivität, Beweglichkeit — und zugleich Entscheidungsfindung, Konzentration, Beobachtung, Distanzmanagement.
↑ Schwieriger: In die Opposition wechseln, dann mit geschlossenen Augen.
↓ Leichter: Nur allgemeine Übungen, ohne Verkettung.
Verband Quelle: FFE, Recueil pédagogique Animateur-Éducateur, Sept. 2024
Beinarbeitslinie im Rhythmus langsam-schnell
Die Fechter in einer Linie dem Fechtmeister gegenüber, ohne Waffe. Der Fechtmeister weicht zurück und sagt den Schritt an: « eeeeeh — eins ». Auf « eeeeeh » geht der vordere Fuss langsam vor und setzt auf der Ferse auf; auf « eins » zieht der hintere Fuss schnell nach. Von Zeit zu Zeit kehrt er um und rückt vor: die Linie wandelt den halben Schritt in einen Schritt rückwärts um.
Kernpunkte: Leitprinzip: der Schwung ist der Feind des Fechters. Man muss einen Schritt beginnen, eine Änderung sehen und ohne Gleichgewichtsverlust zurückgehen können.
↑ Schwieriger: Die Waffe hinzunehmen, dann zu zweit arbeiten.
↓ Leichter: Nur Schritt vorwärts und rückwärts, ohne Umkehrung.
Trainingsliteratur Quelle: Allen Evans, Notizen aus Lehrgängen mit Vladimir Nazlymov
Der Schritt in der Vorbereitung
Die Distanz finden, aus der der Fechter mit einem einfachen direkten Angriff trifft, dann lässt man ihn einen Schritt zurückgehen: das ist die Vorbereitungsdistanz, am Boden markiert. Der Fechter eröffnet mit einem Schritt vorwärts. Der Fechtmeister bleibt entweder unbeweglich — der Fechter muss ohne Zögern im Ausfall abschliessen — oder weicht bei der ersten Bewegung zurück — der Fechter bricht ab und findet ins Gleichgewicht zurück.
Kernpunkte: Der Entscheidungspunkt ist spätestens das Aufsetzen des vorderen Fusses. Der Ausfall beschleunigt über das ganze hintere Bein, er « schlägt » nicht mit dem vorderen Fuss.
↑ Schwieriger: Ein langsames, sichtbares Klingenstreichen hinzufügen (vier Situationen), dann einen bewusst späten Rückzug, der zu Finte und Umgehung im Ausfall zwingt.
↓ Leichter: Eine einzige, vorher angesagte Option; Ziel in der tiefen Linie.
Trainingsliteratur Quelle: Allen Evans, Coaches Compendium
Die Gefahrenzone erkennen Degen
Zwei Fechter deutlich unterschiedlicher Grösse, in der Auslage. Beide strecken den Arm: der Grössere setzt seine Spitze auf ein leichtes Ziel, der Kleinere merkt sich, wie weit die eigene Spitze reicht. Danach, mit entspannten Armen und in Bewegung, greift der Kleinere nie tiefer an als diese Marke; der Grössere greift an oder kontert, sobald er spürt, dass der andere zu nahe gekommen ist.
Kernpunkte: Die Gefahrenzone wird physisch definiert, nicht verbal. Logische Fortsetzung: Angriffe und Gegenangriffe ohne Klingenkontakt, nur auf die nahen Ziele — Daumen, Handgelenk, Unterarm.
↑ Schwieriger: Tiefe Ziele nur als zusammengesetzte Aktion oder mit Klingenkontrolle zulassen.
↓ Leichter: Nur statische Distanz, ohne Verschiebung.
Trainingsliteratur Quelle: Sise, épée lesson book (2007)
Das Tempo verstehen, in vier Teilen
1) Der Fechter macht einen Schritt vorwärts; der Fechtmeister bleibt unbeweglich (der Fechter macht den Ausfall) oder weicht beim ersten Zeichen des vorderen Fusses zurück (der Fechter bricht ab). Blockiert bis zu etwa 80 % richtiger Lesungen, dann zufällig. 2) Ein langsames, sichtbares Klingenstreichen kommt hinzu: vier Situationen. 3) Der Rückzug wird immer später, was Finte und Umgehung im Ausfall erzwingt. 4) Der Fechter installiert beim Fechtmeister einen Rückzugsrhythmus und bricht ihn dann mit einem halben Schritt rückwärts, gefolgt von einem Ausfall.
Kernpunkte: Der Fechtmeister muss sich exakt auf die Bewegung des vorderen Fusses bewegen, nie verspätet. Die in Teil 2 benannte Falle ist der « Pawlow-Ausfall »: auf das Klingensignal reagieren und die Distanz ignorieren.
↑ Schwieriger: Die vier Teile in einer vom Fechter gewählten Reihenfolge verketten.
↓ Leichter: Nur Teil 1, Optionen angesagt.
Trainingsliteratur Quelle: Allen Evans, Coaches Compendium
Echte Signale und falsche Signale
Der Fechtmeister öffnet die Oberseite des Handgelenks: das ist ein echtes Signal, der einfache direkte Angriff sitzt. Er öffnet dieselbe Linie, weicht dabei aber zurück: das ist ein falsches Signal — der Fechter, dem nur der einfache direkte Angriff erlaubt ist, muss es ignorieren.
Kernpunkte: Ein falsches Signal sieht aus wie ein echtes; es kommt zum falschen Zeitpunkt, im falschen Tempo, in der falschen Distanz oder aus der falschen Richtung, und es ist dazu gemacht, zum Handeln zu verführen und scheitern zu lassen. Der zu korrigierende Fehler ist, jede Blösse zu nehmen.
↑ Schwieriger: Echte und falsche Signale zufällig mischen, dann das Signal in einer anderen Klingenaktion verstecken.
↓ Leichter: Nur echte Signale, aus dem Stand.
Trainingsliteratur Quelle: Sise (2007), nach Gary Copeland
Die Klinge finden statt reflexhaft ripostieren Säbel
Jede Übung beginnt mit einem Schritt vorwärts des Fechters, zur Aufklärung. Der Fechtmeister haut in eine beliebige Linie, wenn der vordere Fuss des Fechters aufsetzt; der Fechter pariert und ripostiert. Von Zeit zu Zeit fintiert der Fechtmeister und stoppt seinen Hieb: wer trotzdem ripostiert, hat die Klinge nicht gefunden.
Kernpunkte: Die Finten sind von kleiner Amplitude und kommen auf den Schritt. Das Aufwärmen soll den Inhalt der Lektion spiegeln.
↑ Schwieriger: Der Fechtmeister weicht spät zurück, um die Beschleunigung im Schritt-Ausfall zu erzwingen, und kontert dann auf den zweiten Schritt.
↓ Leichter: Angesagter Hieb, eine einzige Linie.
Trainingsliteratur Quelle: Allen Evans, Coaches Compendium (USFA-Programm Stufe 3)
Die vier Distanzsituationen Degen
In der Auslage knapp ausserhalb der Distanz der vorderen Ziele. 1) Der Fechter greift die Hand an, der Fechtmeister antwortet mit der Klinge, ohne zurückzuweichen: der Fechter schliesst die Distanz und nimmt in zweiter Aktion ein tiefes Ziel. 2) Der Fechtmeister weicht genau in dem Moment zurück, in dem der Treffer ankommt: der Fechter greift das nahe gebliebene vordere Ziel erneut an. 3) Der Fechter greift das nahe Ziel rückwärtsgehend an, öffnet die Distanz wieder und greift das nahe Ziel erneut an, wenn der andere nachrückt. 4) Der Fechter greift das nahe Ziel an, der Fechtmeister schliesst, und das nun erreichbare tiefe Ziel wird getroffen.
Kernpunkte: Die Bein-Abschlüsse variieren — Sprung-Ausfall, Schritt-Flèche, halber Ausfall dann Ausfall — und die tiefen Ziele: Oberschenkel, Flanke, nicht nur die Brust. Die Situationen werden paarweise trainiert, 1+2 dann 3+4.
↑ Schwieriger: Variante ohne Klingenkontakt: dorthin angreifen, wo die Hand sein müsste.
↓ Leichter: Eine einzige Situation, blockiert.
Trainingsliteratur Quelle: Allen Evans, nach Maître Gary Copeland
Die vier Gefechtsarten
Die FFE unterscheidet vier Arten: Themengefechte (nur bestimmte Verhaltensweisen zählen), gelenkte oder Anwendungsgefechte, freie oder Aufwärmgefechte, Wettkampfgefechte. Pro Block eine einzige Art wählen und sie ansagen.
Kernpunkte: Das ist die Verbands-Taxonomie der konditionierten Gefechte. Die Themen selbst sind nicht publiziert: sie zu setzen ist Sache des Fechtmeisters.
↑ Schwieriger: Vom gelenkten Gefecht zum Themengefecht mit demselben Inhalt übergehen.
↓ Leichter: Aufwärmgefecht, ohne Zählung.
Verband Quelle: FFE, Recueil pédagogique 2024
2-4-2-m-Pendellauf — waffenspezifische Intervalle
Drei Linien bei 0, 2 und 4 m. Der Pendellauf erfolgt mit fechterischer Beinarbeit, das Gesicht permanent nach vorn: beide Füsse kommen bei jedem Hin und Zurück hinter die Linie zurück, und ein Teil des vorderen Fusses muss die 2-m- und die 4-m-Linie überqueren. Die Vorgabe variiert nach Waffe und Geschlecht, in drei Serien, eine Minute Erholung zwischen den Serien.
Kernpunkte: Diese Werte nicht in die Jugendkategorien hinunterreichen: die Autoren schreiben dazu nur einen Satz — Intensität und Wiederholungen anpassen. Sie empfehlen ausserdem, die Pendelläufe in der umgekehrten Auslage zu laufen, um die Dysbalancen zwischen den Beinen zu begrenzen.
↑ Schwieriger: Jeden Pendellauf mit einem Angriffs-Ausfall abschliessen.
↓ Leichter: Nur eine Serie, ohne Schluss-Ausfall.
Begutachtete Forschung Quelle: Turner et al., Strength Cond J, 2013
Die Alterskategorien sind von Land zu Land nicht vergleichbar
Sieben Verbände, sieben Raster, drei Arten, das Alter zu berechnen. Ein französischer M11 ist kein britischer U12, und der ist kein Schweizer U12. Eine saubere Umrechnungstabelle existiert nicht.
| Verband | Raster | Altersberechnung | Jüngste Kategorie |
|---|---|---|---|
| FIE | Cadet · Junior · Senior · Veteranen 40/50/60/70 | Mitternacht am 31. Dezember der Saison für Kadetten und Junioren; im Kalenderjahr erreichtes Alter für die Veteranen | Cadet (unter 17) |
| FFE — Frankreich | M5 · M7 · M9 · M11 · M13 · M15 · M17 · M20 · M23, mit Unterjahrgängen (M13-1, M20-2…) | Geburtsjahr, Saison vom 1. September bis 31. August | M5, « Éveil escrime », ohne jedes Wettkampfformat |
| Swiss Fencing | U8 · U10 · U12 · U14 · U17 · U20 · U23 | Alter am 1. Januar | U8 |
| British Fencing | U12 · U14 · U16 · U17 · U18 · U20 · U23 — aber Ranglisten nur in U14, Cadet, Junior, U23 und Senior | Alter am 1. Januar; einige Mindestalter werden am Tag des Wettkampfs berechnet | U12 |
| USA Fencing | Y8 · Y10 · Y12 · Y14 · Cadet · Junior — bewusst überlappende Bänder | Geburtsjahrgänge, und das Raster ändert sich mitten in der Saison an den Junior Olympics | Y8, ohne Mindestalter |
| Deutscher Fechter-Bund | U11 · U13 · U15 · U17 · U20 | Das erreichte Jahr in dem Kalenderjahr, in das der erste Teil der Saison fällt | U11 — U9 existiert, ist aber keine eigene Kategorie |
| CFF — Kanada | U13 · U15 · U17 · U20 · U23, mit Altersuntergrenzen und ausdrücklich nicht exklusiven Kategorien | 31. Dezember des Lizenzjahres | U13, Untergrenze bei 11 Jahren |
Welche Klinge, welcher Schutz?
Die französische Tabelle, die am vollständigsten publizierte. Die FIE selbst publiziert keine Regel zur Klingengrösse nach Alter: das System von Nr. 0 bis Nr. 5 ist national und industriell, nicht international.
| Kategorie | Klinge | Griff | Schutz |
|---|---|---|---|
| M7 – M9 | Klinge Nr. 0 | Gerader Griff | Anzug 350 N · Unterziehweste 350 N |
| M11 | Nr. 0 oder Nr. 2 | Gerader Griff | Anzug 350 N · Unterziehweste 350 N |
| M13 | Nr. 2 | Gerader Griff | Anzug 350 N · Unterziehweste 350 N |
| M15 | Nr. 5 | Griff frei | Anzug 350 N · Unterziehweste 800 N |
| M17 und darüber | Nr. 4 oder Nr. 5 | Griff frei | Anzug 350 N · Unterziehweste 800 N |
- British Fencing begrenzt U12 und U14 auf Nr. 3 im Florett und Nr. 2 in Degen und Säbel.
- Die Schweiz macht den Sprung bei U14 und geht von Nr. 2 direkt auf Nr. 5, ohne Stufe Nr. 3 oder Nr. 4.
- Brustschutz für Mädchen obligatorisch ab M11 in Frankreich und ab U8 in der Schweiz.
- Die FFE widerspricht sich bei der Unterziehweste: ihre Kategorientabelle belässt sie bis M13 bei 350 N, eine andere Passage hebt sie ab M13 auf 800 N. Im Zweifel gilt der höhere Wert.
- Masken mit transparentem Visier sind in Frankreich an allen drei Waffen verboten, und « jedes Fechten in Shorts ist untersagt ».
Woher das kommt, was Sie lesen
Die Herkunft ist hier keine Fussnote: sie ist eine Spalte der Tabelle. Hier ist, was wir wissen, was nur Forschung ist und was wir nicht wissen können.
In den Verbandstexten verifiziert
- Die Artikel des technischen Reglements der FIE, Ausgabe Dezember 2025: Trefffläche, Treffervorrecht, Sperrzeiten, Karten, Formate.
- Die fünfteilige Architektur der Einzellektion, mit dem Hauptteil der Lektion bei rund 75 % der Zeit (FFE, Recueil pédagogique Animateur-Éducateur, September 2024).
- Die Tabelle der Wochenstunden nach Alter im J+S-Handbuch Fechten — die einzige vollständige Tabelle, die eine Institution publiziert, in welchem Land auch immer.
- Die britische Sicherheitsobergrenze: nicht mehr als zwölf gleichzeitig fechtende Kinder pro Lehrkraft, bei den Jüngsten weniger, und darüber wird in Staffeln geteilt.
- Gerader Griff obligatorisch von M7 bis M13, und das Überholen des vorderen Fusses durch den hinteren bei den Jugendlichen verboten (FFE).
Publizierte Forschung, keine Verbandsdoktrin
- Die gesamte physische Seniorenvorbereitung dieser Seite stammt aus der begutachteten Literatur (Turner et al., 2013 und 2014). Kein Verband publiziert ein frei zugängliches Seniorenprogramm.
- In der Intervalltabelle dieser Autoren sind die Zeilen Säbel und Damen-Florett / -Säbel ausdrücklich Hypothesen, keine Messungen.
- Die Arbeitszeiten pro Waffe — Säbel 1,7 s, Florett 5,8 s, Degen 17,9 s im Mittel pro Austausch — stammen aus einer Studie von 2023 an 96 Elitefechtern.
- Diese Vorgaben sind für Erwachsene und aus kleinen Stichproben. Sie wandern nicht in die Jugendkategorien hinunter.
Was niemand publiziert
- Unsere vier Altersbänder sind unsere eigenen. Sieben Verbände verwenden sieben inkompatible Raster, mit drei verschiedenen Arten, das Alter zu berechnen.
- Das Datum des Flèche-Verbots im Säbel: die Quellen reichen von 1988 bis 1999. Die Regel ist sicher (t.101.5), das Jahr nicht.
- Die Geschichte der Säbel-Sperrzeit. Die 170 ms sind sicher und zwischen 2021 und 2025 unverändert; die Abfolge « 120 ms vor 2016 » kursiert überall, ohne dass ein Reglement jener Zeit beschafft werden konnte. Wir publizieren den Wert, nicht die Geschichte.
- Die Aufnahme des Latzes in die Trefffläche des Floretts: die Spezifikation heisst « M2009 », und die Zulassungsliste, die sie trägt, ist auf den 18. Dezember 2008 datiert, was 2009 plausibel macht — der Kongressbeschluss selbst liess sich aber nicht auffinden.
- Der Doppeltreffer bei 14-14 in der Degen-Direktausscheidung: kein entsprechender Artikel liess sich auffinden. Die Poule-Regel bei 4-4 dagegen ist sicher (t.38.1b).
- Die Regeln der GO/FENCE-Spiele von British Fencing: die Namen sind publiziert, die Regeln nie. Wir werden sie nicht erfinden. Und es sind zwölf, nicht dreizehn: « Reprise » gehört in die Spalte der Beinarbeit, nicht in die der Spiele.
- Kein Verband publiziert eine Regel zur Anfangswaffe: « zuerst Florett » ist Vereinsgewohnheit, keine Politik.
- Kein Verband publiziert eine Minutendauer für die Einzellektion — nur eine Proportion.
- Die Nicht-Kampfbereitschaft ändert sich am 1. September 2026: die gelbe P-Karte verschwindet, Rot fällt auf die erste Minute und Schwarz auf die zweite.
Die Referenzleitfäden
Die Tiefe hinter den Werkzeugen: sieben belegte Leitfäden, von den drei Waffen bis zur Athletik.
Drei Reglemente, drei Sportarten. Treffervorrecht, Treffflächen, Sperrzeiten, Flèche, Formate — ohne sie je zu vermischen.
Lesen · 14 min Die Grundlagen nach AlterSieben Verbände, sieben inkompatible Raster — und was die Institutionen wirklich über Volumen, Klingen und Progression publizieren.
Lesen · 12 min Eine Trainingseinheit aufbauenDer Anfängerrahmen von British Fencing, die minutierten Blöcke des J+S-Handbuchs, das FFE-Aufwärmen und die vier Gefechtsarten.
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