Bewegung ist die erste Kompetenz
Jedes Verbandscurriculum — BWF Shuttle Time, das Jugendkonzept der FFBaD, J+S-Kids in der Schweiz — lehrt Badminton in derselben Reihenfolge, und sie ist nicht nach Alter verhandelbar: zuerst Bewegung und Koordination (Motorik, Auge-Hand-Kontrolle, Agilität), dann Griff und erster Ballkontakt, dann die Schläge, dann die Taktik. Koordination und Technik gehen der maximalen Kraft und der taktischen Komplexität voraus. Das ist der Grund, im Korpus ausgeschrieben, warum Sprungsmash und volle Doppelrotation erst ab u17 freigegeben sind.
Konkret: die Beinarbeit wartet nicht. Sie wird ab der weissen Feder der FFBaD (« se préparer à jouer » — sich aufs Spiel vorbereiten) und ab den J+S-Kids-Bewegungsspielen geschult, mit u9, noch vor jedem kraftvollen Schlag.
Die Bereitschaftsstellung und die Rückkehr zur Basis
Jede Bewegung geht von der Bereitschaftsstellung aus: Füsse etwa schulterbreit, Gewicht auf den Fussballen, Schläger hoch und vor dem Körper, leichte Kniebeugung — bereit, in jede Richtung abzudrücken. Der Split-Step ist der Auslöser, der aus „Stehen" ein „Losgehen" macht.
Die „Zuhause“-Basis und die sechs Ecken
Ein Halbfeld in den Massen der Regeln, die Basis in der Mitte und die sechs Richtungen zum Abdecken — nach jedem Schlag zurück zur Basis.
Quelle: Feldmasse — BWF, Laws of Badminton (Law 1: Doppel 13,40 × 6,10 m, Einzel 5,18 m; kurze Aufschlaglinie 1,98 m), Paak-Korpus 01. Das Sechs-Ecken-Modell und die Rückkehr zur „Zuhause“-Basis folgen dem BWF-Shuttle-Time-Lehrplan — ein Trainingsprinzip, kein Mass.
Die Schritte: Split-Step, Chassé, Ausfallschritt, Scherensprung
Vier Schritte bilden die Laufarbeit, jeder mit seiner Altersschranke im Korpus.
| Schritt | Was er leistet | Ab wann |
|---|---|---|
| Split-Step | Kleiner Hüpfer, auf den Schlag des Gegenübers getaktet; man landet im Gleichgewicht, bereit nach beiden Seiten. | u13, lebenslang verfeinert |
| Chassé (Nachstellschritt) | Seiten und Hinterfeld abdecken, ohne die Füsse je zu kreuzen. | alle Stufen |
| Ausfallschritt (Lunge) | Die vorderen Ecken erreichen: Bein der Schlagseite, Knie über dem Fuss, Oberkörper aufrecht — eine knieschonende Form. | ab u9 im Parcours, belastet ab u17 |
| Scherensprung (Scissor) | Sprung mit Drehung, um sich nach einem tief im Hinterfeld genommenen Überkopfschlag zu erholen. | u17+ (mit dem Smash) |
Der Vier-Ecken-Drill ist die klassische Integration von allem (u17): man reiht die Ecken aneinander und kehrt zwischen jedem Schritt zur Basis zurück.
Ein Feld, fünf Arten es abzudecken
Die Schritte sind gemeinsam; ihr Einsatz ist es nicht. Der Korpus verbietet, die fünf Disziplinen einzuebnen.
- Einzel (HE/DE) — das Gegenüber mit Länge und Breite in alle vier Ecken bewegen, getarnt schlagen und nach jedem Schlag zur Basis in der Mitte zurückkehren. Das Herreneinzel ist ein Kampf um die Felddeckung.
- Doppel (HD/DD) — Vorne-hinten zum Angriff (einer am Netz schliesst ab, einer hinten schlägt nach unten), nebeneinander zur Abwehr (das Feld teilen, einen Smash auf beide Hälften decken); der flüssige Wechsel zwischen beiden ist das Doppel. Das Herrendoppel ist das schnellste und flachste Spiel; das Damendoppel hat die längsten Ballwechsel, geduldig aufgebaut.
- Mixed (GD) — die Grundform ist Frau am Netz / Mann im Hinterfeld: sie erkämpft eine enge Netzposition, er deckt das Hinterfeld und trägt den Angriff.
Folge für die Ausdauer: sie ist disziplinspezifisch — Damendoppel und Dameneinzel brauchen Kapazität für lange Ballwechsel, Herrendoppel und Mixed wiederholte Sprintkraft. Die gemessenen Ballwechsel-Tempi sind Referenzwerte der Weltspitze, keine Vereinsnormen (siehe Quellen).
Was wird trainiert, Stufe für Stufe
- u9 — Koordination, Agilität, Ballkontrolle (Ballspiele, Parcours); Bewegung zuerst im Einzel. Kein Sprungsmash, keine volle Rotation.
- u13 — Split-Step, Koordinationsleiter; erste Doppelpositionen.
- u17 — Vier Ecken, belasteter Ausfallschritt, Scherensprung mit dem Smash; volle Doppelrotation.
- sen — Split-Step-Aufwärmen und Mobilitätspflege, als Stütze des übrigen Programms.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter kann man Beinarbeit trainieren?
Muss man die Füsse kreuzen, um das Feld schneller zu decken?
Ist die Laufarbeit im Einzel und im Doppel gleich?
Quellen
BWF — Shuttle Time, Einsteiger-Curriculum (Bereitschaftsstellung, Split-Step, Basis und Rückkehr in die Mitte, Vier Ecken) · FFBaD — Dispositif Jeunes, PassBad / Plumes (weisse Feder « se préparer à jouer »), MiniBad-Hefte · Swiss Badminton / J+S-Kids (BASPO, mobilesport.ch) — Bewegungsspiele. Die Deckungs- und Tempo-Identitäten je Disziplin stützen sich auf die Shuttle-Time-Prinzipien und auf die Matchanalyse der Weltspitze (Gawin, Beyer & Seidler 2015; Studie 2024): als Richtung, auf die hin zu trainieren ist, zu lesen, nicht als Amateurnormen. Die J+S-Kids-Spezifika stehen unter Rückbestätigungsvorbehalt. Badminton hat eine einzige Weltautorität, die BWF; die nationalen Verbände lokalisieren die Jugendkategorien, nicht die Regeln. Inhalt geprüft im August 2026.
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